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Full text of "Die serbischen Dynasten Crnojević; ein Beitrag zur Geschichte von Montenegro."

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Silav- "SSSO.t 



THE SLAVIC COLLECTION 



%arbarli College libracs 
Archibald Gary Coolidge, Ph.D. 

(ClU* Of iS97) 

Assistant Professor of Historv 



\ 






DIE 



SERBISCHEN DYNASTEN 



CRNOJEVIC. 



V. 



EIN BEITRAG 

ZUR 

GhESCHIOHTK VON MONTENEGRO. 



VON 



FRANZ MIKLOSICH, 

WIRKLICHEM MITQLIKDB DER KAIS. AKADEMIE DER WISBEMSCHAPTKlt. 



WIEN, 1886. 

IN COMMISSION BEI CARL GEROLD'S SOHN 

BUCHHINDLEE der KAIS. AKADEMIE DKK WISSENSCHAFTEN. 



^SLqu^ ssso .s 



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». 



^A .Ov G^>-iAlJ^jyc^ 



Aus dem Jahrgänge 1886 der Sitzungsberichte der phil.-hist. CUsse der kais. Akademie 
der WisRenschaften (CXII. Bd., I. Elft., S. 29) besonders abgedniekt. 



Druck von Adolf Holzhausen in Wien, 
k. k. Hof- lind UntFerKitKts-Buclidrucker. 



Vor Jahren erhielt ich durch die oftbewährte öüte meines 
verehrten Freundes, des k. k. Hofrathes und ersten Gustos der 
Hofbibliothek, Herrn Dr. Ernst Ritter von Birk, Kenntniss von 
einer Anzahl von in dem k. k. Hofkammerarchiv (jetzt Archiv 
des k. und k. gemeinsamen Finanzministeriums) aufbewahrten 
Briefen in serbischer Sprache, welche im Jahre 1523 von 
Skender Beg Crnojevi6, der sich ,Sand2ak von Montenegro und 
der Meeresküste sowie des ganzen dioklitianischen Landes' nennt, 
an den Dogen und die Signorie von Venedig und andere in dieser 
Stadt wohnende Personen geschrieben wurden. Diese Briefe, 
sieben an der Zahl, werden hier veröflfentlicht. Sie sind zu- 
nächst von Bedeutung für die Kenntniss der serbischen Sprache ; 
da ferners den serbischen Originalen eine gleichzeitige deutsche 
Übersetzung beigefügt ist, so ist es nicht ohne Interesse zu 
seien, wie der älteste deutsche Übersetzer aus dem Serbischen 
seiner nicht leichten Aufgabe gerecht geworden ist. Ausserdem 
ist das Denkmal ein Beitrag zur Geschichte der venetianischen 
Republik und der Länder an der Küste des adriatischen 
Meeres. 

Die Abhandlung zerfällt in folgende Theile : I. Briefe von 
Skender Beg in serbischer Sprache und gleichzeitiger deutschen 
Übersetzung. II. Anmerkungen zu diesen Briefen. III. Akten- 
stücke, die berichten, auf welche Weise die Briefe Skender 

BegS; am See von Skutari geschrieben und nach Venedig ge- 

1 



4 Miklosich. [30] 

richtet, in das k. k. Hofkammerarchiv gekommen sind. IV. Nach- 
richten über die Crnojevi6. V. Zur inneren Geschichte von 
Montenegro. VI. Anhang. 

L 
Briefe Yon Skender Beg. 

1. 

(1523). Skender Beg an den Dogen und die Signorie von Venedig. 
Skender Beg beschwert sich darüber, dass Ton den Venetianem der mit dem 
Sultan geschlossene Friede nicht gehalten werde, dass namentlich die Unter- 
thanen des Sultans, die sich auf venetianisches Gebiet flächten, nicht aus- 
geliefert werden und dass die Venetianer den Unterthanen des Sultans Salz 
verkaufen. Skender Beg empfiehlt den Venetianem den knez starogracki 
und die Kinder des Georg Crnojevid. 

6hahw/uS h np'kBHCWKW^i^ H np'kß'kApkHiVMS hhci 
H 3an4AHHMk cTfiAHAMw rocnoi4B8ioi|JW/u8 rocnoA**H8 

H TkKMO Ck CAHkl^^Alk HO MHOPH^k S'k/UARlYk H CTpa- 
Ha^k CHtill01|J0M8 B*feAHK0/«l8 ^^^A^ " CBWH np'kCB'k- 
TAOH rOCnOAH^ H^KC a WBp^T4IOTk 8 C/iaBHWH H B'kAH- 
KWH nOA4T¥ BH'kTkl^KlVH; WA^ CHHa TOCnOl^Ba BH, 

rocnoA^P^ Okcha^Pi^ ciira I^pkHOCBHKiii^ caHH^aKa upk- 

HOrOpkCKOra H npHMOpkCKOra H BkCWH A'o'WKAHTYiaHk- 
CKiVH S^MAH rOCnOAHHa^ MHAW H AIOBHMO H BiAC AP^^^ 
n03AP^Kai€HIC BaiUCiUS BfAHHkCTBS. 

Do TCMk^ np'kcBiLTaa rocnoAO; ^a sha BHcora rocnoHBa 

BaiUfra^ KaKO ^^HHHHCTC MHpk H TpOHSS MCtiO BiAHUtHCMk H CHA- 

HHiMk HCTO^HHAik H sanaAHHCA^k i^ap^A^k uapa^ aa/iHp'k CSAk- 

TAHk O^ACH/UaHlVMk, H MiiiK POCnOHBIVA/lk BAlUHCAIk; KaKO H 
npkBlVAI\k BClUC MHfih MllilO CBiTO nOHHBkUJHfMk l^ap'kAAk C^Ak- 
TAHk OCAH/Uk YAHW/Uk H POCnOL^BW/Uk BaUJHiAAk, TAKIVHC HO 
MHAOCTH B0;K'|'WH H A>^HkCk : AAH; np'kcB'kTAa rOCnOA^; TaKlVH 
PCKOCTC; M m AIO^KC BHTH NH iJi^HA A^kHHHA BCAHKOA^S MpS 
WA,h MiCTk H WJ!L,k rpA^OBk BailJHi)^k IJ^apkCTRS HI€rOB8^ HH JI^A 
M02Ki $TltH 3k HOiKk HIB'kpkHHKk HH ]^apk4HHKk B^AHKOPA l^apa 

S rpaAOB'k MiCTk BaiUHCYk, Hfro Kk^c eh cc Hauik xaKH 3k «lOfKk 
HiR'kpkHHKk aAH ]^apkHHHKk B'kAHKora i^apa, Aa 8AC3'k 8 rpa^^ 
BaüJCMS; A^ ra A^A^ oncra noKpaHuikHHCA^k caHSKaKoa/ik i^apk- 
cTBa HieroBa . h naKH raKwntiep'k pa^ 8)^BaTY noKpanuikHH can- 



fSl] Die serbischen Dynasten Crnojevic.' 5 

}KaKk Baiucra 3ao4hhio h iiiaiUHHa^ r^H i SxfKk ^ s^mah mccth- 
Tora uapa; a^ ^^ S^BaTY h a^ ^"^ A^ ^ P^^f npoBHA^pS hah 
KHf38 iVAk rpaA^Bk BaiuHf)^K . h Ha toa\8h bh /UHpk. h TaKWH 
piLKOCTf, TaKWH fi,A B^A^ . aAH^ rocHOAO^ Ha/iaio npOBHA^pn h 
KHf30BH BauJH H BaacT'kaC; KiVH cTOi S rpaAOBc Baujf Ha WBfii 
Kpai; Tcp'fc 3anoB*kcTk rocnoi^Ba Baiucra Hf ca^uiaio, a boaio mi cth- 
Tora H'k BpkUJC; Hfro H/uaio aioah i^ap'kBH; kwh ]^apaHk mccth- 
T0A«8 i^apS A^>^; ^ ^ rpaA^B^k k^ujc h 8 AiccTa Bauia STkfsS, 
8 KoTOpk H Bapk H ^i^HHk h 8 üaiijpoBHKie, lü H;^k npocHA^k h 
3ap848fAiik H]Ck np*kcB*kTAWAik noAaHO/^k rocnoi^Ba Baiucra h 
paabS wai^ A,iCiTh, A^ '^H A^A^ aioah i^apIlbIl^ a^ a^^<^ wncxa 
Ha BatpHHajck CBWHCj^k, ]^apaHk hccthto/u8 i^apS a^ A^^9 ^ 
Mim A^ caShcc, a caaih chpoaiach a^ hchb^io ha BaiiJHHax'k 
cBiUHf]^k H 8 K8tia]^k CBOHfX'k 8 HCHB0T8 HicTHTOra i^apa, a 
ivhh Ai-H-;^k M"^^ Hf xw"^; ^^^^ ^X^ APi^^< ^ tpaaobIl bauji 

H UJk HHA/IA pABOTAlO; H Bfti AlOHCi BHTY^ TOCnOAO; AlkHHHf 
BfAHK0M8 I^Ap8 HA TOA^H^ HfPO HCTk CkTk fifi^ATh^ W^M 
WB'k3HfXk rpAA^Bk EAlUHi^h, KOAHKO AIOAH I^Ap'kBHfX'k API^^^ 

8 ciB*k; A Mim, rocnoAO, takwh 3AnoB'kcTk bIlahkofa i^apa^ 

KOIO rOAk A«kHHH8 BHAHAIk HA WBfH KpAf IUpkCTB8 HI6rOB8, 
AA WnOBiLCTk fi,AMh HA HfCTHT8 nopkT8 li^ApkCTBA A48. AAH^ 

np'kcB'kTAA rocnoAO; u^ c baa^h bhbujh npYuTfAk cTApH, 
tak8h noB^kcTk A^'^H Hf A/ior8, a^ KkAf Hf 8npocHA«k 3 ro- 

CnOI^BWA^k BAUJHftfUk. 

HAKH^ rOCnOA^^ 3HA BHCOTA rOCnOI^BA BAlUfPA, KAKO Ck[Alk] 

H 8 xpH n8Tf A^ ^^A^ hhcauu rocnoii^B8 BAiiJfA/i8, a^ ^^ no- 

lllAI€Tf fAHOPA CHHkAHKA BAlilfPA HA iVBfH KpAf; A^ ^^A^f M^^ 
Cf MHHH Wfi^W np^BHA8pk H WJk,h KH*k30Bk BAUIHf]^k H WA^^ ^AA- 
CTfAk; KWH CTOf 8 PpAAOBf BAUlf, H IVA*^ ÜAljipOBHKk H WJi^W 
Ap83HfYk AlfCTk BAlUHf]^ k, KOH C8 HA IVBfH KpAf^ KOAHKO AIOAH 
UAp^BHf](k API^H^f 8 CfB^k, H KOAHKO AAkHHHf MfCTHT0A\8 l4Ap8 
HA rOAHH8 MHHf; T8H tl6Tf BHAHfTH BAlUHfJf k npOBHA8pk H KHf- 
30Bk H rpAA^Bii' BAlUHf^k npABkA8 H HfnpABA8 . AAH; POCnO^O, 
HfKA 3HA POCnOI^BO BAUlf KHHPf BaUJf H 3anOB'kCTk BaUl8 . OpO- 
BHA8pH H KHf30BH BaUJH, KWH HC]f OA^ HA WBfH KpAf; Hf CA8UJAI0; 
HH TAKfH pABOTf HCnpAAßlO. 3A IjJO; POCHOA^; H TIVH, 1|J0 BH 
\TiAH npOBHA8pH H KHf30BH BAIUH HCnpABHTV; TO HMk Hf A^>^ 
BAACTfAf WAk PpAAOBk BAUIHf^k . CHHkAHKk POCHOl^BA BAlUfPA 
H AfTOCk A^V^AH HA IVBfH KpAf, H AHHH H POBOpH 3AnOBlLCTk 



6 Hiklosicb. [32] 

rocnoL^Ba EAiutrA, aio^h i^ap'fcB'k ^a hi npHMaio, h /uiiHhhS 

BiaHKOM^ I^ap8 fi,A Hf HHHI^ A WHH^ VOCUCfi,^, HH W-T-OPaH HHljia 

HC nocat^uiaiui. 

naKH; rocnoAO^ bh 3HaTf, w^k Kk^a h¥ i a^iv bofk h mc- 

CTHTH hY C Hapk nOBpaTl'W WTaHKCK^ H BaijIHHkCK^ 3*kMaio UJ 

Hoa^f iVBaa^aTH h rocnoi^BOBaTY a Ha MiiiK h na cScfi^BO 
rocnoi^Ra Bauicra^ a^H BkccPAa pkBaca^o c npOBHA^pH h KHf30BH 
BaiiJH[a/iH], KWH A^X^A^ ^^ wbch Kpac no rpa^OBi rocnouBa 
Batufra, a^ ka^ A\^7KiA\o a\h iVEaa^aTH h ^ ji,wHh. rocnouBa 
Haiucra aa pa^H aiOBkBC h HkCTH rocnoi^sa Bauicra; ip'k hhccmo 
a/iH KaKO EOCkHkCKH caH^aKk H ivcTaaa Hfno3HaHa rocnoA^; kwh 
A^V^A^ no Kpaf^i^ BaaAanVa Baiufra rocnoi^Ba^ np'k )^apaio rpa- 
AOBC Baiuc H ccaa Bama h BHHorpaAC rpaAC^Bk BaiuHfj^k^ Hcro 
CMO MH cTapH npYiaTiaH wai^ A^A^ h w\\a HaiiJira, h aih no 
a^HaocTH bo?kYwh h A>^HkCk c np^cB^kranfa/ik rocnoi^Boa^k Ba- 

UlHiA\k, H TOaHKOH EHCAAO fiA/i,H CBaKS paBOT^ Baill^ KOaHKO 
Ca/Uk CCS'k; ipO H( EH EHAO HpOl^lO l^apkCKOA«^ nWA^^^I^ HAH 

MkHHHa i^apkCTBa HieroBa . aKO an, rocnoAO; nnranTf npoBH- 
A^P'fe H KHcaoB'k BaiuC; koh c8 aP*^^^^" npaBOMk rpaAOB'fc Batjuf 

Ha iVBCH Kpaf W-T-OAHKOraH EfiiAMHA, i AH K0M8 A^kHkKaW 

iji^hHk rp03Ai^ ^ BHHorpaAi^ WA^ BaaAanYa rotnouBa Bauifra. a 
ckAC; np'kcB'kTaa rocnoAO; raKOH a^^aHMO bhcot^ rocnoHBa 
Bauicra^ A^ ^^ nomaieTc ca^^'"^ a^^P^ Ma[o]B[^]Ka h npaBa 
WAi^ noaaMC Bauji^ kivh ti€ bhtT npaBH CHHkAHKk na WBiH Kpac 
rocnoi^Ba Bauiira; h kivh h€ 1^i€ HHi|ja npHMHTH, h a^ ra no- 
luaieTC c HauiHca^k Gkchacpi^ bocboa^^^ (p't cka^k^ rocnoAO> 
H AiHoro KparY nncauF rocnouB^ Bauica^^, a^ ^^ TaKoran hao- 
B[lL]Ka A^nScTHTc Ha WBiH KpaC; H rocnoi^BO mh cf Baiuc /UHoro 
KpaTk OB^kto; Aa MH VA noiiJai6Tf, h bh a\h ra hi nocaacri^ 

a CkAi HIVl|Ji MOAHa/lk BHC0T8 BaiUS^ A^ ^^ **< WAiaHTf WAO 

BOCBOA^ Haiiicra, Hcro 3a ca^o iü hhaac a^ ^^ ^^ notuaierc na 
WBCH Kpaf^ A^ BHAH Ha WBCH paEOTc, ijio nocHaieaio rocnouBS 
BauifaiS . H MHj rocnoAO; Bork 3Ha^ hc bhcmo paAH a^ naAaa/io 
caSrc Baujf h rocnoA^; Kon A^V^A^ ^ rdcnouBa Baiucra; Hfro bh- 
AH/UO; ipHk ti6 bhtY rocnouB^ BaiucM^ B'kaHKa pHCHk 3a wbch pa- 
EOTC h a^kHHHC; KOi c$ MHHC Ha WBCH Kpac UapkCTBt^ HI€rOB8 . mh 
aiOAH i^apHkBi hijicmo wai^ rpaAO-B-aujHC)fk, h whh HH)^k a^tY hc 
)^OTi. aan, rocnoAO^ rh 3HaTc^ ipo roBopn cbctoc CBanktieaYc : 

BkCaKH A^BOakHk B^A" VUBpOKH CBOHMH . A^ ^H HHljJa Hf Hl|Jfa/\0 



[33] Die serbiscben Dynasten Crnojeviö. 7 

HirO CBOI^ KdKO EH BaiUH BaUlC . HW1|JI^ rCCROA^^ HYI 3aK0Hk, fi,A 

Aior8 npoBHA^pH h khoobh BaiUH, koh cB no wbch Kpac Baui(, 
H3br8BHTV HAH /ut$MHTY )fapaHkNHKa HapisBa a ca8r^ Haiufra, 
Hiro ( aaKOHk^ uko r^f SYBari ivAfa^ K84^HHa uapHcBa^ a^ ra 
;^aA^ Haank 8 p8Ka)fk; a^ '"^ ^^ ncyi^cnuiiaio no 3aK0H8 . uko 
an ra a«H 8)^BaTHa/io w^i^ Bauicra K8i|&HHa, ^a ra a^^^ np^- 
BHA^po^ii BaiUHCMk^ Aa ra vuhh niAcniu^ no aaKOHS Baujca/i8. 
a Bork 3Ha^ rocnoA^? a^Horo naia caSrk HaiiiHi)^k, KOf c8 H3k- 
rScHAH H /ui^HHaH HO rpa^OB^L BaiuC; a a^H w^i^ BaujHcx'k aio^H 
HHCca^o Kora hh cxanoa^k ^aphah^ KaKO ti6Ti 3HaTV^ rocno^o. 

naKH; np'kcB'kTaa rocno^o^ na^aio caSr'k BauiH no wbch 
Kpai; K0H3H ca8r'k HMaio coa^ w^k rocnouBa Bamcra, h amtb 
HMk a^fCTO A^Hapk civ^ a whh civ npo^aio aiOA^aik uap-kBHiaik, 
a cw uapisBa ctwh^ h t8h a MkHHHa BfaHKa i;ap8 hhhh^ 3ai|J0 
ipo € Ha i^ap'kBa coanaa 3a TpH aan 3a HfTfpH A^nap^ tivh 
RauJH aiOAkc npoA^io 3a f^kHk A^napk . Tf3Hfa^k civ i^ap^kßa 
CTiVH, a BaiuHc^k aiOAH npo^vu^H^ h ToanKan a a^kHHHa hccth- 
Toai8 ij^apS iv-t-ih coah Batijc mhhh. a t8h ctoh ca^HHk u,A' 
piiBk H KaA'i'a i^ap^Bk, h a^Horo KpaxY c8 ^Tian ivnoBi^cTk 
AaTi' Ha hccthtS nopT^, aan n HHCcka^k ivipc /i,AW ji,A nouiaio^ 
AO Ka*k nunoB^kcTk a^'^*^ rocnouBS Bauiiait^ . aan^ rocnoA^^ 3a 
ivbSh paB0T8 npoBHl^kTC TBpkA^; H caSraMk BatUHca^k nmM 
nocTaBHTC; A^ "^^^ ^w Biti aiOA^a^i^ uapisBHca^k m npoAaio^ 
fp'k ccTk jk^^cTA aiOAH ^ BaaAaHYio Bauica^S, k^ac cf a^o^KC Tan 
CO ncH^KarY na wbch Kpai, fp'k liie bh, rocnoAO; B*feaHKa pYcHk 
3a WBCH paBOTc^ A^ 3Ha rocnoi^BO Bamc. 

Hivi|JC; np'kcB'kTaa rocnoA^? A^ ^ np^knopSncHk rocnoi^BS 
BaiuiMS KHC3k cTaporpai^kKH 3a aioBOBk HaiuS^ 3a i|JO; ro- 
cnoAO; w^%k KkAa i WHk fi^^ink. ha ivbch Kpac, CBaK8 Boaio h 
3anoB'kcTk rocnouBa Bauifra BpkiuH, h i|jo m8 $ 3anoBHAHcao 
rocnouBO Bauic, xaKOH WHk Hcnpaau, h hhhh CBaKoa^S hockS 
npaBH c8ai^ no boah h no 3anoB(CTY npiscB^krac rocnoA^; ^ hhh 
AP^rH HHTKO . aan, rocnoA^; tko Hcnpaau 3anoBccTk rocno- 
AHHa cBOcriv cTap^fra, Tk c a^^'i^^hm'^ " Boaie MkCTH a^ (< 
cnoAOBH; a rocnoHB^ c Baiuc/u8 S p^Ka^k. 

Hwi|jf, np*kcB*feTaa rocnoA^; A^ (^ np-knopSncHa fi,^n,A 
rocnoAHHa Fiopkta a caSrc BaiiJH crapn np'fccB'kTaf noaasc ro- 
cnouBa Baujcra^ (p^fc, rocnoAO^ A^^*^ BpYcMC, ^^aW '^^ " ^^^ 
noca8H;YTH np-kcB^kraoaiS rocnouBS ßauiiaAS. 

2 



8 Milclosich. [34] 

H BOrk M S/UHOHCI AHH H Ä^TA Hp'kcßiLTAS BHCOTS 

rocnoi^Ka Bauifra a/^HHk. 

Gh/IHW/US H np'fcBHCOKWMS H np'kBi;»^pkHW/US HHCf 

H 3anaAHHMk crpanaaik rocnoi^BSioi|JOA\^ rocno^HNS 
B'fcaHKO/uS A^^A^ ^ CBOH np'kcB'kraiVH rocn^^H; hskc 
ci WBpiLTaiOTk S caaBHOH noaaTH BHCTkSKWH, wj^h 
CHHa rocnoi^Ba bh rocn^A^P^ GKCHA^pk eiira UtpkHOc- 
BHKia, caH^KaKa i^pkNoropkCKora h npH/uopkCKora h 

BkCOH AHlVKAHTHaHkCKOH 3^AAAH rOCnOAHHa, AIOBOBHO 

Vberfchrifft: 

jGeweltige vnnd vber erhöchte vnnd durchleuchtigifte auch 
den vnnderthenigiften örtern herfcher, groffen herren herczogen 
vnnd feiner durchlauhtigen herfchafft den wanhafften an dem 
vermerten palaft zw Venedig vor eur herrfchafft sun^ herren 
Schkennderbeg Tfchrnoieuiz, fanntzag von swartzperg vnnd am 
mer vnnd herr vonn der ganntzen Diocletianifchen gegennt, 
liebendden gruess eur hochmächtigkait/ 

Vnnderfchrifft : 

Herr got mer die tag vnnd jar der durchleuchtigen vnnd 
erhöchten ewr herfchafft amen. 

Dem gewaltigen vnnd vbererhöchtn vnnd durchleuchtigiften 
des vnnderganngs örtern herfcher, groffen herren vnnd vnnder 
der sunnen in vil lannden vnnd örtern fcheinenden, dem groffen 
hertzogen vnnd allerdurchleuchtigiften herfchafft, die fich er- 
finden inn dem verlobten vnnd groffen palafft zu Venedig, von 
eur herfchafft sun Schkennderbeg Tschrniajeuiz, sanndfakh des 
fwartzen perg vnnd herren in dem gantzen Dioclecianischen 
lannde, barmhertzig, liebHch vnnd vast fruntlichen grus. 

Eur mechtigkait, demnach durchleuchtig herfchafft, damit 
wifs eur erhöchte herfchafft, wie ir befchloffen habt fnd vnnd an- 
ftannd zwifchen dem groffen vnnd geweitigen, auffgefunden vnnd 
nidergeunden kaiferlichen kaifer frid gemacht, genannt sultan Su- 
lima^ wie uor geweft ift zwifchen heiligen ruehafften kaifer genannt 
sultan Zelimhanam mit eur herfchafft, dergleichen ift durch die 
gnad gotes noch heut. Aber durchleuchtigift herfchafft ir fagt, 
das dem groffen kaifer kain nachtail befchehen fol von eum 
steten vnnd fchlöffern feinem kaifertumb vnnd das kain pöfer 



[35^ Die serbischen Dynasten Crnojevi<$. 9 

mennfch enntrynnen mug oder kain Verräter oder zinsman des 
groffen kaifers in eur stet oder fchloffer, fonnder wie er funden 
wurd, ain sölicher pofer mennfch, verrater oder zinsman des 
groffen kaifers, der da kam in eur ftet, das man den anntwort 
dem gewaltigen ann der gränitz des' gewaltigen kaifers, auch 
dergleichen wo ain sannzakh an den gi'enitzen ainen fienng, der 
bey euch verwurcht het vnnd entrunen war inn das lannd des 
glukhfeligen kaifers, das sy den geben dem prouididor oder 
grauen eur beueftigung, dergleichen ift der frid beschloffen. Ir 
habt auch alfo geredt, das befchech aber. Aber herfchafft eur 
profidido(ri), grauen vnnd der adl, die da wonen in eur fteten, 
vnnd tun nitt gehorfam euren beuelhen, vnnd des glukhfeligen 
willen wirt nit verbracht, wenn sy haben des kaifers zins bracht, 
fein des glukhfeligen kaifers^ dann sy fliehen in eur ftet vnnd 
fchloffer, gen Cartaro, gen Bar, gen Viczinz vnnd in die Baftrouiz. 
Ich beger die vnd verpeut vor eur durchleuchtigkait vnnd eurs 
palafts vnnd bei der ennthaubtung, das man mir geb des kaifers 
leut, damit sy wider kommen auff ir erb vnnd das sy dem 
glukhfeligen kaifer zins geben vnnd mir dienen vnnd f ich selb 
emeren inn iren heufem vnnd auff dem mer in dem leben des 
glukhfeligen kaifers. Die welln sy mir nit geben, fonnder sy 
haltenns in eum fteten vnnd pauen mit inen. Das bringt dem 
glukhfeligen kaifer fchaden jarlich mer als funffhundert gülden 
von difen eurn steten, fouil halten sy des kaifers leut. So hab 
ich beuelch vonn dem groffen kaifer, was ich nachtail fund in 
difen orten feins kaiferthumbs, das ichs annczaigen foll an dem 
glukhfeligen hof feines kaiferthumbs. Aber durchleuchtigift her- 
fchafft, nachdem ich vonn alter her in euer freuntschafft gelebt 
hab, follich anczaigen mag ich nit geben, fo lanng bifs ich mich 
mit eur herfchafft vnnderred. 

Auch fo wiffen die höhe eur herfchafften, wie ich zu dreyen 
malen eur herfchafften gefchriben habe, das ir mir fchikhen 
folt eur shindikhen ain inn dife örter, das derfelb fech, wie 
fich eur prouididor vnnd grauen halten, auch vonn dem adl, 
die da wonen inn euern fteten, die dann fein an difen orten, 
vnnd wieuil leut sy halten des kaifers, auch was nachtail sy 
dem glukhfeligen kaifer jerlichen tund ; da wirt euer herfchafft 
fehen euer prouididor vnd grauen auch das recht oder vnrecht. 

Aber wifs euer herfchafft, das euer fchreiben oder beuelch von 

2* 



10 Mikiosich. [36] 

dein prouididori oder grauen dato komen inn die orte nit geacht 
feind vnd thun nit darnach, wann herfchafft das das die pro- 
uididor vnnd grauen gern täten, das lafft der adl oder burger 
nit befchehen aus eurn fteten euer herfchafft. Sundig ist heur 
ankörnen in die orte , der hat geredt vnnd gebraucht eur her- 
fchafft beuelch, das sy des kaifers leut nit annemen follen vnnd 
groffen kaifer nit nachtail fehöpfen; aber sy thund dem nit 
gehorfam. 

Aber ihr herfchafft wifft, fider als mir got geben hat, das 
mir der glukhfelig kaifer widerkert hat mein väterlich vnnd 
andlich erb, lannd vnnd leut, daffelb zu halten vnnd herfchen 
an gränitzen vnnd nachperfchaft eur herfchafften. Ich vnnd mein 
vorfordern haben alweg mit eur herfchafft veft, fo lanng wir gbalt 
haben mugen, vnnd die tag vnns herfchafft von frundtschafft 
wegen, auch der lieb der herfchafft, dann wir fein nit wie der 
fanntfakh in Woffen oder wie annder frömbd herren, die da 
komen inn die gränitzen euer herfchafft, die dann fchedigen eur 
herfchafft vnnd Weingärten euer vefte, wann wir fein alt freund 
vonn vnferm ene vnnd vatern vnnd wir noch heut durch die 
gnad gots mit durchleuchtigifter euer herfchafften, der gunnen 
wir alles guts als vnns felbs, fonder des das dem kaifer nit 
gleich wer oder nachtail feines kaifertumbs. Euer herfchafft 
mag auch forschen die prouididor vnnd graue, die von euer 
herfchafft wegen geweft fein an den orten, ob sy abganng haben 
inn verfchiner zeit vmb ain Weintrauben inn eur herfchafft ge- 
biet. Aber yecz durchleuchtigifte herfchafft dergleichen ift, das 
mir fchikt ain fromen mann, der gerecht fey, aus ßuerm palaft, 
der werd ain rechter finding auff die örter euer herfchafft vnnd 
der fich nit vnnderkauffen lafst, vnnd fchikht den mit vnferm 
Schkennder vaida, wann ich hab offt eur herfchafft gefchriben, 
das mir ain folicher man werd zuegelaflen auff die ort ; mir hat 
auch eur herfchafft offt zuegefagt den zu fchikhen, vnnd habt 
mir den nit gefchikht. Noch fo bit ich eur herfchafft, das ir den 
nit fpalt vonn vnnferm vaida, fonnder fchikt den mit im in die 
örter, das er fech die handlungen, darumb ich gefchikht hab zu 
e. h. Wifft auch, das wir nit gern wolten verfagen die dienner 
euer herfchafften, auch die herren, die inn euer herfchafft orte 
komen mugen, wann wir fehen, das e. h. komen möcht ain grofs 
wort aus den hanndlungen, die da befchehen an difen orten 



[87] Die serbischen Dynasten CrnojeTic. 11 

feiner kaiferthumb. Wir fuechen des kaifers leut aus eurn steten, 
fo wellen sy nit geben. Aber herfchafft, ir wifft, was das heilig 
ewanngelj fagt, das ain yeglicher gbaltig fein folt feiner kinder, 
wann wir fuechen nichtz als das vnns, gleicher weis als wann 
die eum fuechten das ir. Auch herren ift nit gewonhait, das 
eur prouididor oder grauen, die da fein hie inn difen euern 
orten, mugend richten oder peinlich fragen die kaiferlichen zins- 
leut, vnnfer dienner. Wol ift sit, wann man ain facht aus dem 
kaiferlichen gebiet, das man denselben vniis anntwort, damit 
wir den ftraffen nach gewonnhait^ wo aber wir ain fienngen 
aus euerm gebiet, der fol auch vberanntwort werden euerm 
prouididor, damit er den ftraff nach euer gewonhait. Got 
waift, das der vil fein, die man gericht vnnd peinlich gefragt 
hat in euern steten vnnd veften; wir haben aber der euern 
kamen mit ainem ftäbl angerurt, des mag fich eur herfchaft 
erkunden. 

Mer durchleuchtigifte herfchafft, es fein dienner inn difen 
orten, die dann verfolt fein Tonn euer herfchafft vnnd gebt ime 
anftat der bezalung salcz. Diefelben verkaufFen sy kaiferlichen 
leuten vnnd das kaiferlich salcz Hgt. Das nymbt der kaifer 
groffen nachtail, dann was kaiferlichen falcz geben wirt per 
drey oder 4. ^., das geben sy vmb ain pfennig, damit ligt des 
kaifers salcz vnnd daz euer wirt verkaufft. Das ift kaiferlicher 
merklicher nachtail durch folich eur falcz. So ift da ain kaifer- 
licher einnemer vnnd ain richter, die haben das menigmal wellen 
anczaigen an den kaiferlichen hof, das hab ich bifsher vnnder- 
koraen, fo lanng bifs ichs eur herfchafft anzaig. Darumb herren 
fecht inn den fachen vnnd feczt euren diennern ain peen, das 
sy kaiferlichen leuten nit mer falcz verkauffen mag inn dife 
ort, dann herren euch wirt grofs wort daraus komen. 

Wifs euer herfchaflft vnnd auch durchleuchtigifte herfchafft, 
das der graf zu Wudua euer herfchafft beuolhen fej vmb vnnfer 
lieb, wann herren, fider als er kamen ift an die ort, hat all eur 
herfchafft beuelch vnnd willen volzogen, vnnd was eur herfchafft 
mit im fchafft, dem wart er mit fleis, ift allermenigclich rechter 
richter nach eur herfchafft beuelch, aber der andern kainer. 
Aber herren, welicher volzeucht den beuelch feins herren, der 
ift ains peffern vnnd erlichem ftannd wirdig, fo ift er inn eur 
herfchafft banden. 



12 Miklosich. [38] 

Auch durchleuchtigifte herfchafft, habt beuolhen herren 
Jörgen kinder, euer herfchafft altinär eurs palaft; dann herren 
möcht noch zeit komen, das sis verdien möchten eur durch- 
leuchtigiften herfchafft. 

Copia coaeva. Papier. K. k. Hofkaramerarchiv (fasc. 18.579. R. A. 174). 



2. 

(1523). Skender Beg an den Dogen und die Signorie von Venedig. 
Skender Beg bittet um zollfreie Ausfuhr von Kleiderstoffen. 

Gh/ihu;m8 h np'kKHcoKW/u^ h npi:B(ApkHW/u8 h^kc 
H sana^HH/Uk cTpaHaMk rocnou^B8iOL|JO/ii8 rocno^""^ 

H TkKk/UO CK CAkHkU^C/UK nO /UHOrH)Ck SC/UAU^k H CTpa- 
HA\W Ci'lillOL|J0Al8 BiAHK0Al8 A^^^A^ " CBUFH np'kcB'kTAlVH 
rOCnOA"; "^^ ^^ WBpiLTaiOTk ^ CAABHIVH H BiLAHKlVH 
nOAATH CHCTkMKWH; Wfi^h. CHHa TOCnOl^Ba BH pocHo^apa 

Okcha^Pi^ ckra I^pkHOCBHK»^ caHHcaKa u^pkHoropkCKora 

H BkClVH AO'WKAHTHraHkCKiVH S^L/UAH rOCnO^k^HHA, /UHAO 

H AIOBH/UO H BMC AP^''^ n03 AP^^^*^"*^ BAIUCMS BCAH- 
MkCTB8. 

Ho TCA^k jy^A 3HA np^LCBliLTAa BHcoTa TOCHOi^Ba ßaiucra; 
a TO nocHAi€/Uk ^^ rocnou^Ba Baiucra CAt$rt$ Haiuira OKCH/^^pk 

BOiBlV/i^S; H UJ HH/Uk nC>CHAI€Mk HOKAOHk HA np'tcB'feTA^ nOAAMt^ 

rocnoi^Ba Baiucra sa AiocoBk bhcotc rocnoi^kBa Bamcra^ 3a ipo 
Ck/Uk H u cHHk H np'i'raTCAk CTapH rocnoi^Ba Bauicra. tckc ^a 
3HaT(; (p-k CMO 3AP^ßiv HA iVB^k^NYk cTpaHa^k a vvncTa Ha 
cScc^kCTB^ rocnoi^Ba Bauicra, a bh ti€TC; np'kcB'kTAA rocno^^^ 

npH/UHTH 3A A^BpS BOAIO H 3a AlOBOBk H 3A Sopk^'U KAKW 

rocnoA^, KOia lecT-k. 

naKH^ np'kcB'kTAA rocno;i,0; ji,A bha BHCoxa rocnoi^Ba Ba- 

lUCra^ nOCHAA/Uk no IVBO/U^H CAt$3H NAIUC/I/IS GKfH^Cpk BOCBOA>^ 
tfi^M THCSI^IO H nCTk CkTk A^K^^I"*^; A^ ^H K8nH HIKOAHKk ATAA3k 
H )^a3ACC H ^aA^SKk H AP^^HCyk CBHTk^ IfJO nOTplLCSi 3A HACk 
H 3A IVCTAAH /I^BOpk HAliJk; 3A TIVH MOAHAIO rOCnOl^BIV BAUJi, 
Ji,A Bt$/k^CTi 3AnOBHAHCAH C^k^NOA^S TpkFOBk^t^ IVAI^ Hp'kCB^TAOrA 
Al'kcTA BAUJCrA; ^A AAH K^HC IVBiH CBHTi C HAUJH(/Uk GMHJi,ifh 
BOiBO^O/Uk^ l|IO nOrpCCSC 3A HACk. 



[393 I)io serbischen Dynasten Crnojeviö. 13' 

naKH 14JO aanoBii Baiui rocnouBO hamw ha wbih Kpac aa 
noHkCTk rocnoHBa Baiutra; mh js^a ckBpkiuH/uo ceaKS boaio ro- 
cnoi^Ba Baujfra KaKO npiUTcak cxapH rocnoi^Ba Baujcra. 

HWitJC; np'fccB'kTAa rocn^AO, TaKWH cTf bhah ^mhuhah 

MHAOCTk CTapHiMk HaUJHCMk K^liH HaiUWH^ L|JO TO^I^ ^^^ K^nO- 

KaaH 8 np'kcBiLTaoaiS mkt^ Baiuca/iS sa noTpfc^ HauiS h A^opa 
Hatufra, w-T-oraH hh i^apHHf ^shmaah hhictc bhaH; takwh- 
l^p'fc cTf bhah h Haa^k a^HaocTk SshmhaH; ip^ cmo K^noBaaH 
aa noTpccS Haui^^ hh naaik uapHHf ^3hmaah ao ck^c hhcctc^ 
aa TiVH MoaHAio bhcot^ rocnoi^Ba Bauicra, /^a hh h chjs^i t^h 

MHAOCTk t^HHHHTC, H Ji^A HH l^apHHC aa IVB^H HOTpCE^ HaUU^ HC 

SaaicTi, H ji,A npoBHAHTc KaKO rocnoA^ np'kcB'kTaa^ kou cctc. 

H Bork A^ t^aiHO}KH AHH [h] a'k[Ta] np^kcB'kxa^ bhcot^ 
rocnouBa bh aMHHk. 

Ä tergo: OHAkHUF/MS H np'kBHCOKWAiS H}Ki H aana- 
AHHa/ik cTpanaa^k rocnoHB^ioL|jivai8 rocno^HH^ bcah- 
KoanS A^^A^ H BkcwH npHccBiTaiVH rocno^H, h>k( cc 

WBp^TaiOTk \i CaaBHOH H BCAHKIVH HOaaTY BHITkHKOH, 

iv/^i^ cHHa rocnoHBa bh rocn^/^AfiA GKiHfi,ifih Bcra U^pk- 
H^CBHKia, caHHcaKa upkHoropkCKora h npHMopkCKora h 

BkCWH A'^KAHTlfiaHkCKOH aCAlAH rOCnO^HHa; AIOBHO 

n^3j!^fiAEAieHU Baiuca^t^ BcannkCTB^. 

VberfchriflFt : 

Den gewaltigen vnnd erhöchften auch der vnndergenden 
Örtem herfcher, dem groffen herren herczogen vnnd der gann- 
tzen durchleuchtigiften herfchafFt, die fich wanhafft erfinden inn 
dem groffen berumbtn palafft zu Venedig, vann eur herfchafft 
sun herren Schkennderbeg fanndfakh Zrnoieuiz an fchwartzen 
perg vnnd am mer, auch in dem ganntzen lahndt Diocletian 
her, lieblichen grus eur mächtigkait. 

Vnnderfchrifft : 

Got der mer die tag vnnd jar der durchleuchtigiften her- 
fchafft amen. 

Dem gwaltigen vnnd erhöchften vnd durchleuchtigiften 
auch der vDndergennden orten herfcher herren, gleich mit der 
funen fcheinend an vil orten vnnd lannden, dem groffen her- 
czogen vnnd der gannczen durchleuchtigiften herfchafft, die 
fich erfinden in dem wernnden groffen palaft zu Venedig von 



14 Miklosich. [40] 

eur herfchafft sun herren Skennderbeg Tfchrnoieuis sannfakh 
am swartzenperg, auch des ganntzn lannd Diocletia her, parn- 
har agiichin (sie!) lieblichen vnnd gar frundtlichen grus eur 
machtigkait. Demnach wifs durchleutigifte erhöhung Schkenn- 
der voiuodo mit im fchikh ich eerung auff durchleuchtigiften 
palaft eur herfchafften vmb lieb der höhunng eur herfchaft, 
wenn ich bin ain sun vnnd alter freund eur herfchaft. Auch 
wifft, das ich gelund bin in difen orten vnnd auch in der nach- 
perfchafft eur herfchafften, vnnd ir herfchaft werd das empfahen 
inn gutem willen inn hertzenlicher lieb als herren, die ir feit. 

Abermal durchleuchtigift herfchafft wiss die höhe eur 
herfchafften, ich fchikh bei difem vnnferm dienner Schkennder 
voiuoda 1500. gülden, das er mir kauff etlichen atlas vnnd 
klaider, auch famat, auch annder gewanndt zu vnnfer notdurfft 
vnnd vnnfers hofs. Darumb biten wir eur herfchafft, das ir 
verfchafft mit ainem kaufman eur durchleuchtigiften stat, das 
sy mir kauffen die klaider mit vnnferm Skennder voiuoda, was 
zu vnnfer notdurfft ist. 

Darnach was eur herfchafft mit vnns fchafft an difen 
orten, was zu eern notdurfft war eur herfchafften, damit wir 
vollbringen allen willen eur herfchafften^ als der alt freund eur 
herfchafften. 

Nach durchleuchtigifte herfchafft als ir hab(t) bewifen 
genad vnnfern eitern vnnferm haus, was wir kaufft haben inn 
der durchleuchtigiften stat zu vnnfer vnnd vnnfers hofs not- 
durfft, dauon ift kain dacz genomen worden, dergleich habt ir 
vnns auch begnadt, was wir kaufft haben, habt vnns kain datz 
genomen bifsher. Darumb biten wir die hoch eur herfchafften, 
das ir vnns yeczt auch die gnad beweifen vnnd vnns von 
difer vnser notdurfft die dacz nit nembt vnnd darein focht als 
herren, die ir feit. 

Copia coaeva. Papier. K. k. Hof kammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 

3. 

(1523). Skender Beg an den Venetianer Andrea Gritti. Skender Beg 
empfiehlt dem Andrea Gritti die in 1. und 2. enthaltenen Anliegen. 

nAIM(HHTOMOY H MOyji^fiWM^yf H BCaKi HkCTH H BH- 

cwkh[c] )^BaA[(J Bwriu/Uk a^P^'^^^W'^^V " ^V YP^^P*^' 



[^413 I^*ö serbischen Dynasten Cinojevic. 15 

CTBOy iUHlVrO HapOHHTiVMOy TOCnOA^P^V ^ BHCWKIV- 
POAI^HUFMOY H>KC WA^ L^apkCKarO pOAKL^Ra H nAC/UCHC 

pOHCA^H^'^^V " nwAWEHO/uoy ehth np'kcHt2iiOL|jo/uoY 

np'kcTO/IOy BHCTkMKO/UOY; H^KC rOCnOL^TBOMk WKpkMk- 

AiaioTk BC( noMopkCKi'i CTP4HH H dana^HHi H iUOyAP^' 

CTTIO H )fpAEpkCTBOA\k Ck API^^CLM^'^^V '^'^BOBa BCAHMk- 
CTBIU BC/IHKOAlOy Bk 4^HA0C04^f)^k H rOCnOUBOYlOlfJO/UOy 

rocnoAHHoy h po^htcaio moimo^ B'kskrp'kujHOAioy ro- 
crioAHHOY MHccpk ÜHAPCH rpHToy w/^k cHHa rocnoi^Ba 
tY rocnoAapd Gkcha^Pi^ BlLra L^pkHOfBHKüi^ cdHk^KaKa 

l^^pkHOrOpkCKOra H BkCWH AYWKAHTHUHkCKWH d'kaiAH 

rocnoAHHa; /mhao h aioBHiHO h bcai ji,fiArw no3AP^Bai6* 
h¥( BaujcA^oy rocnouBO^*. 

Ho TiiMk ji,A 3Na rocnoi^BO Batuf, KaKO nocHAa/Uk cAoy- 
roy Haiufra OKfHAcpk BocBO^oy Bf ahkoaio^' a^V^A^V " ^ "P"^' 
cBiTAWH rocnoAH H rocnoHTBO\' Baujc/UOY sa aioBOBk h 3a 
oycpkATi npaso^ koc Ha^a/uo ck npiLCBCTaOiHk noaaHOMk ro- 
cnoi^Ba Baiucra; h Ta/no a^ < np'knopoyHiHk bocb^a^ Haiiik ro- 
cnouBo^" TBoa/ioy 3a ceaKoy pasOToy KaKO rocnoA^poif; kwh ich. 
H rocnouBO Baiijc npHMH 3a MkCTk AioBOBk Hauioy KaKO HaUJk 

pOAHTCAk H CTapH npiUTCAk; KOH fCH. 

naKH; rocnoAHHf^ a^ ^^a rocnoi^BO BamC; KaKO nocHAAMk 
rioKAivHk Ha np'fccBlcTAO^' noAaHOY* rocnouBa Bauifra; a npi:- 
CB'fcraa rocnoA^ A^ npH/uc 3a A^i^P^V ^^^^ " ^^ AiOBCBk kako 
rocnoA^, bow ict«. 

naKH 3Ha rocnouBO Bauif^ KaKO ck/Uk nHcaw h oy TpH 
noyTc Ha noAaMoy rocnoi^Ba Bauifra h . . iVHCxa h BauiC/uoy cc 
rocnoi^ßoy ax^aAh, a^ ^" noiUACTC (a^^^'^ CHHkAHKa ivai^ no- 
AAHC rocnoii^Ba Bauifra na ivbin Kpat^ a^^ bhah^ koahko wbh3h 
rpaAOBH sauiH api^h^c )fapkMHHKk i^ap1cBHf)^k S ccb^; h koahko 

AlkHHHI HA rOAHHOy «IHHf B'fcAHKOMOV L^ApOy IVBH KpaH BaUIH^ 

Bork 3Ha^ rocnoAHHf pOAHTCAio moh^ noBftc fCTk wji,h ncTk 

CkTk Ji,^KATW AlkHHHf/ KAKO CkMk HHCaiV H CkA^ npHcCBCTAlVH 
rOCnOAH ha nOAAMOy . AAH U 3APAAH AlOBkBf^ KOIO HMAMk 3 
rOCnOI^BOiUk BAUlHCAIk^ HC X^itK HU;i|JC nOCAATY HA CAABHA 
BpATA B'kAHKOMS HA0, A^ ^^ IVHCBC/Uk TAKfH pABOTC^ A^ ^^^ 
m A^noyCTHAIk A^ rOCnOl^BA BAUICrA; A^ BHAH/Hk, KAKO KI6 

rocnoi^KO baiuc wbch pabotc HcnpABHTi' . AAH rocnoAHHi H po- 

AHTfAlO MOH MHCtpk flHAP'fc« TpHTf/ lÜKO TKO HC 3HA iVHAH 



16 Miklosich. [42] 

cAaBH4 Bpara BCAHKOra uapa^ KaKBa c^, h 1410 c^, rocnouBO 

H)[k HaiUC y^OBp'k HHA, H 3a Aiaa8 MkHHH^ KOaHKO 1^16 Shh- 
HHTH paBOTC Ha WHAH HfiATA, H Ha^MH BOfk POCnOUBO BaUJI^ 

Aa noKaHCCTc rocnoAH^ itio i h KaKO c sa cBaK^ pasoT^, a^ 
WBaKCH pacoT( Hcnpaaiaic . h sha rocnoutBO Bauic^ KaKO ckMk 
H üi Bi'w npaBH npicüTcak np'kcBCTai noaanc rocnouBa Baiucra^ 
KkAC cTOiü^k Ha ivnaH caaBHa h BcaHKa Bpaxa hccthtc nopxf^ 
TaKOH cano no annaocTH bohcVivh h A>^HkCk Hwifjc Bctie 3a 
iVHOH^ ifjo Hl 1kie BHTH A/ikHHHa B^taHKOAioy uapoy a 3a rio- 
MkCTk rocnoL^Ba Baiucra; mro m^ahm^ rocnouBO Baiuc^ ^a iUH 
Bi^A^'^^ nocaaaH CHHkAUKa c 0BiL3H(aik c BOfBiv^wa/ik naiuHia^k^ 
H fi^A AiH ra wji,w Hi€ra hc iva^ahtc, a^ npoBHAH 3a ivbch pa- 

EOTC; Ha lUBCH KpaC L|JO HHHC npOBHA^PH H KHi30BH BaiUH H 

BaacTiAC iVAi^ rpaAOßk EAiumj^k, koahko aP^^< yapaMHHKk bc- 
AHKOra Hapa ^ rpaA^Bii Baiuc, h koahko ( MkHHHi i^apkcTBS 
HieroBS . Hiro rocnoHBO Bauji 3a iVBfH pasoTi npoBHt^i6Tf^ 

Cp'k 1il€ H^H A^I^H BCaHKa picHk 3a IVBCH paBOTI^ A^ 3H^ ^^' 

cnouBO Baiui. 

naKH A^ 3H^ rocnoi^BO Bauii; nocnaiea^k no naiuiMS Gkch- 

ACPK BOCBOAH ifi,M THC81^I0 H RCTk CkTk A^'^^'^'S A^ ^^ K^Hf 

hckoahko j^a/uS^k h aTaa3k h x^^A^^ h fi^fi^sm^^ cBHTk, i|J0 
noTpiB^c 3a nack h 3a ivcTaan A^^P*^ nauik^ Hiro HaS«iH Bork 
MicTHTO rocnoHBO BauK; A^ 3onoB'i'fTf (AHOa/iS rpkroBki^^ 
WA>^ np'kcB^TAora rocnouBa Baiuira amcta, a^ '^" H3kBfp'k 

H KSHH IVBCH CBHTI C BOiBlVA^Mk HAlUmMh, KOC HOTp'^Bt^lO 

3a Hack . naKH 3Ha rocnoi^BO Bami^ KaKO hh cS BHaa ^MHHHaa 
np'kcB'fcTaa rocnoA^ AinaocTk wipc HaujH(/%\k crapHi/Uk, i|JO 
roA^ HMk i BHAO Ha noTp'kBS; i|JO cS KSnoBaan 3a A^^Pi^ ^ 
3a K^Kio cBOic S np'kcB'kTaoMk tfM(CTt$ rocnoi^Ba Baujira; w- 
ToraH-Mk HapHH^ ^3HaiaAH nmc^y h /uchc cti TaKOHliiepit bhah 

ShHHHAH T8H MHAOCTk^ l|JO CAIO K^nOBaAH A^ ^^A^ 3a noTpcBS 

nauiS, iv-ToraH hh uapnn^ ^3HAiaAH hhctc . 3a toh h ckA^ 

AAOAHiMO rOCnOL^BO BALUf; A^ ^^ '^^^^ MHAOCTk H CkA^ ^HH- 
HHTi; H HapHH^ 3a IVBIH CBHTi A^ '^^ HC \i^AMTi, 

naKH ijjo ( 3a norpcBS h 3a noHkCTk np'kcB'kTAi noAasc 
rocnoi^Ba Bauicra na WBC)^H)(k cTpanaj^k HauiHcj^k, 3anoBf1ik 
Haa^k KaKO poAHTCAk Haiuk h npHcarcAk cxapH, koh ich. 

naKH; rocnoAHHi^ a^ ^ np'fcnopt^MCHk rocnouB^ BauicanS 
KHC3k cTaporpaukCKH; $fi± wji,h KkA^ ( iVHk A^uik Ha ivbch 



||48j Die serbischen Dynasten Crnojevic. 17 

npäi, TOAHKWH HcnpaAM sanoBfCTk H KO/\io rocnoi^KA BAiucra, 

H HHHH npaSH C^Ji^k H ^KfCTHUHIO HO OpikCB'kTAIVH BOAH H HO 

3anoBfCTV rocnoi^Ba Baujira, fp'k WHk hho nhijjo aP^^^ pasoT^ 
HC HHHH, Hf r^ ijjo a/i8 aanoBHCA"* rocnoHBO Bauii . toh ivHk BpkiuH 
a H HHHC; 3a TiVH MOAHMO rocnoi^BO Bamc^ AA M^ h'i'hc Bt^A^ no- 
HkCTk Wfi,h rocnoi^Ba Bauiira, cp'k tko ^pkuiH Boaio crap'kira 
rocnoAHHa CBOcra, TkH noA^BkHk B'kl^WH HkCTH, a^ ^^ ^^ 9hhhh. 

EhcwkwpwahwmS hhcc wai^ uapkCKarw pwAi>^cTBa 
h naiaiiHi potka^homS h poAHTcaio MWi/uoy BiL3krp'kuj- 
Hwa/i^, rocnoAHHS A\HCipk Ühaph FpHTS; wa>^ cHHa ro- 
cnouBa t¥; rocnoA^P^ Gkiha^Pk s^kra I^pkHO(BH[K]Ri, 
caH^KaKa upkHoropkCKora h npHa^opkCKora h BkcoH fi^^w- 

KAHTTUHkCKIVH 3'k/UAH POCnOAHHa, AIOEOBHO n03AP^B- 

ai6hYi rocnoi^BS th. 

Vberfchrifft : 

Hochgeborn vonn kaiferlicher geburt vnnd ftammen vnnd 
meinem geperer on fund, miffer Andrea Griti, vom sun deiner 
herfchaflft, herren Schkennderweg Zmoieuiz, fanndtfchakh am 
swartzen perg vnnd pai den mer vnnd in dem ganntzen lannd 
Diocletia herren, lieblichen gruess deiner kaiferlichait. 

Dem edlen vnnd weifenn, von allen eem vnnd dannkh 
von got begabt vnnd in der mannhait vaft vermärten vnnd 
herren vnnd hochgebornen vnnd vonn kaiferlicher geburt vnnd 
ftammen gebom vnnd gleichet dem Venedigifchen stuel der 
lan des ganntzen mores vnnd des niderganng orten, auch mit 
dem weistumb vnnd mannhait auffennthalter folicher mächtig- 
kait vnnd gros sun der philofophej vnnd herfchafften, herren 
vnnd meinem vnnd fonnderlichen geberer vnnd herren, miffer 
Andren Griti, vom sun deiner herlichait herren Schkennderweg 
Thfchmoieuiz, fanntfakh in swartzen perg vnnd in dem ganntzen 
lanndt Diocletia her, barmhertzig vnnd vaft lieblichen grus eur 
herfchafft. 

Nachdem wifs eur herfchafft, ich fchikh Schkennder vaida, 
vnnfern dienner, den groffen hertzogen der durchleuchtigen 
herfchafft vnnd eur herfchafft aus hertzennlicher lieb, die wir 
gehebt haben mit dem durchleuchtigiften palaft eur herfchafft, als 
ainem herren, der du bift, vnnd eur herfchafft empfach zu eeren 
vnnfer lieb als vnnfer geberer vnnd • alter freund, als du bift. 



18 Miklosich [44] 

Aber wifs euer her fch äfft, als ich fchikh eerung auff 
den diirchleuchtigen palaft, vnnd die durchleuchtig herfchafft 
empfach in gutem willen vnnd lieb als herren, die ir feit. 

Abermal fo wais e. h., das ich gefchriben hab zu dreien 
malen auff den palaft eur h., pitnnd, das mir e. h. fchikh ain 
sundig vom palaft e. h. inn dife örter, das er fech, wieuil eur 
ftet halten der kaiferlichen zinfsleut vnnd wieuil nachtail befchicht 
dem gröffe dife eur örter. Got waift, her vnnd mein geberer, 
es ift mer als 500 gülden, als ich gefchriben hab der durch- 
leuchtigiften herfchafft auff dem palaft. Aber ich durch die 
lieb, die ich zu e. h. hab, wil nit fchikhen auff das berumbt 
tor des groffen kaifers, das ich im antzaig dergleichen hanndlung, 
ee ich befuech e. h. vnnd bis ich f ich, wie f ich e. h. in der 
fach halten thuet. Aber herr vnnd mein geberer, her Anndre 
Griti, ob etwan nit kennt das beruembt tor des groffen kaifers, 
wie vnnd was das ift. E. h. waift vnnd wie vmb klain nachtail 
der kaifer gros thun wurde auff demfelben tor vnnd lern got 
e. h., das bericht die, das sy die hanndlung der geftallt zufamen 
fuegn. E. h. wifz, wie ich geweft bin ain gerechter freundt 
des durchleuchtigiften palaft e. h., weil ich geweft bin auff 
dem berumbten groffen tor des glukhafften tors, alfo feien wir 
von den gnaden gots noch heut zum tag vmb alles das, das 
da nit nachtail bringt dem groffen kaifer vnnd euch raichen 
mocht zu eern. Pit euer herr fchikt mir ain sundig mit vnnferm 
voyauoda, vnnd das ir in nit vonn im fpalt, das er harrung 
mach vnnd furfech an difen orten, was die prouididor, die 
grauen auch eur adl thut, wieuil sy des groffen kaifers zinsleut 
halten in euern fteten. Der e. h. in den fachen wolle furfehen, ver- 
huet, das nit grofs handlung kombt aus den fachen, das wifs e. h. 

Mer wifs e. h., ich fchikh bei euerm Skennderberg 1500 
guldein, das er mir kauff etlich samat, atlas vnnd klaider vnnd 
annders zu vnnfer notdurfft vnnd vnnfers hofs. Erlern got eur 
gluklich herfchafft, das ir fchafft mit ainem kauffmann e. h. 
stat, das er mir aufsklaub vnnd kauff die klaider mit vnnferm 
voiuoda zu vnnfer notdurfft. Auch wifst e. h., als vnns die 
herfchafft wegnadt hat vnnd vnnfer elter was sy kaufft haben 
zu ir vnnd irs hofs notdurfft in der durchleuchtigiften ftat ewer 
herfchafft, dauon hat man kain tatz genomen. Dergleichen haben 
sy mir auch bewifen die gnad, was wir bifsher kaufft haben 



[^45j Die serbischen Dynasten Crnojovic. 1" 

ZU vnnfer notdurfft, dauon hat man kain tatz genomen. Dauon 
biten wir, dÄs vnns yecz auch die gnad bewifen werd vnnd 
vonn den claidern kain tacz nem. 

Was dann zu eern des durchleuchtigiften palaft e. h. inn 
difen vnnfern orten, fchafft mit vnns als geperer vnnd alter freund. 

Mer das eur herschafft beuolhen fey der graf zu Wudua, 
dann sider als er komen ift in die ort, hat volzogen der her- 
fchafft beuelch, vnd halt gleichs recht vnnd jußticia nach beuelch 
e. d. h., wann er nicht annderft tuet, fonnder was e. h. mit 
im fchafft, das vollbringt er, aber die anndern nit. Darumb 
bit ich e. h., das im werd zu eern von e. h., dann wer den 
willen feiner herfchafft volbringt, der ift vergleicht merem eern, 
die im befchehen folt. 

Copia coaeva. Papier. E. k. Hofkammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 



4. 

(1523). Skender Beg an den Venetianer Andrea Gritti. Skender Beg 
bittet Andrea Gritti um seinen Beistand, dass dem Unterthanen Skender 
Begs Stefan das diesem von seinem in Venedig verstorbenen Bruder Svila 
hinterlassene Vermögen übergeben werde. 

H HACMCNi pOH;;^(HWill[^J H pO^HTCAlO MOCMS KOkPp'klU- 
HO/i/18, rocnoAHH^ MHCCpk ÜHAPH TpHT^, WAk CHHa rO' 

cnoi^Ba tY, rocno^apa Gkcha^Pi^ Eiira Ij^phocbhk», caH- 
3KaKa L^pkHOropkCKora h npH/uopkCKora, aiobobho no- 
3ApaBAieHYc. 

Ho TCMk A^ 3Ha rocnoi^BO Baiui, KaKO nocHaiea^k caSrS 
Haujira IjIc^^kHa a^ rocnoi^Ba Bauicro . a xaMO a^S c S^kpo 
BpaTk OsHAa . TCKi A^ ^ BAP^B^ rocnOL^BO Baiuc . 3a toh a^o- 
AHAio rocnoi^Bo TB^c, KaKO Haiufra poAHTcau, a^ B^ACuik 8- 
hhhhtY, a^ '^^^ Ha^aHkC cpaTYHO a^ ^^ AM^; U'^ ^^ s^A^ 
ivcTaBi'w Na ckAipkTH wboa^Sh ca^3H HaiufaiS, 3a paAH Hauic 
aiockBC . naKH rocnot^Bo Bauif Haa^k 3anoBClik KaKO chnS cbomS. 

H BOPk 8/mhoh;Y rocnoi^BO ti*. 

A tergo: fiHClVKIVpWA"^^^ " POAHTMIO MOCaiS BC3k- 

rp^LUHoa^^, a^Hccpk ÜHApH FpHTS, wa*^ ^""^ rocnouBa 

TH GKiHACpi^ BCra UpkHOCBHKia AICEOBHO n03AP^BAI€- 

Hi'c BaiucAiS rocnouBS. 



20 Miklosich. [46] 

Vberfchrift : 

Hochgebom vnnd meinem geberer on sund, miffer Andrea 
Griti, von dem sun deiner herfchafft Schkennderbeg Tfchmoiauiz 
lieblichen grus euer herfchafft. 

Vnderfchrifft : 

Got mer die herfchafft. 

Dem hochgebornen kaiferlicher geburt vnnd fthamens ge- 
born vnnd meine(m) geberer on funde, herren, miffer Anndrea 
Griti vonn dem sun eur herfchafft, herren Skender Tfchmayeuiz 
fanndtfekh am swartzen berg vnnd bej dem mer, lieblichen 
grues. 

Demnach wifs e. h., wie ich fchikh vnnfern dienner 
Steffan zu e. h., vnnd den ift geftorben fein brueder Suila, an 
dem fey gefundt, e. h. Darumb biten wir dein herfchafft als 
vnnfern geberer, das du hanndleft, das dem seins bruder gut 
geben werde, was er im verlaffen hat am tod difem vnnferm 
diener, von wegen vnnfer liebe. Darnach e. h. fchaff mit vnns 
als mit eurem sun. 

Copia coaeva. Papier. K. k. Hof kammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 



5. 

(1523). Skender Beg an seinen Eidam (Schwager) Hieronymus und seine 
Schwester Antonia. Grüsse und Geschenke (zwei Käselaibe und zwei Forellen). 

nAC/IICNHTW/M8 H iUS^pW/US H BCaKC HkCTH H BH- 

cwk[c] ]fBaA[(] KorOiUk ^apoBaHiv/uS S'kTS mh aiobhmo- 
m8, rocnOAHHS 6po/\HiU8, h cfcxpH HauiWH rocnol^H 

flHkTOHHH, Wfi^W TOCRO^apa GKCH^^Cpk clcra LJ^pkHOIBH- 

Ku, caH^KaKa upkHoropkCKora h npHMopkCKora h BkCWH 

AHlVKAHTHtÜNkCKWH S'k/UaH TOCnOAHHa, AIHAO H BfAC 

Aparo no3Ap4B^i€H7c BaiucaiS rocnoukB^. 

IIo TCMk TaKWH A^ 3Ha BaiUa /UHaOCTk, IVAI^ Kk^a c^ 

BHAH caSrk Haujc Ha Ti)^H)fk crpaHax'k, w BaiufMS SApaBkic 
HHCC/UO hSah Bclii HHiii[T]a, A ck^c a TO nocHAiea/ik caSrc Ha- 
luc GKfHAipk BOCBOA^ A^ npiccB^krac noaanc h rocnoA^ bhc- 
TkHkKC. naKH no Hiea^k nocHai6Mk BaiuwH ahhaocth ^^kaa cHpa 
TBOpYwNa H abYc nacTpkB^ packnAatfHc . Nfro npHA/iH Baiua 

A/lHAOCTk 3a A^SP^ BOAIO H 3a AlOBOBk KAKO HaUlH npH»T(AH 



[473 ^^^ serbischen Dynasten Crnojevic. 21 

crapH H KpkBk H MiCO, KOH iCH, H 3'kTi MOH ßfi^MMi H 

ckcTpo /uora r^cnotie flHkTOHi'iv^ nHuiHTf mh sa cbükS pacOTS 

RaiUS H W 3fi,fiAEkK EAUiiM^ H IV XCHBOBaHIIO BAIllC MHA^CTHj 

H i|JO norpfE^i BaiuwH aihaocth^ h na^WAH cc Ha wbih Kpac^ 
Raiua MHAOCTk sanoBftk hamw KaKO npYuTcaio BauicaiS. 

A tergo: S'kTS mh h rocno^HNt^ 6pOAHM8 h cfcxpH 
HaiuwH rocnotH ÜHkTOHH iv^i^ rocnoA^P^ Gkiha^P*^ 

B^ra U^pkHOIBHK» aiOEOBHO n03AP^B^>€HT(. 

. Vberfchrifft : 

Meinem aiden vnnd herren Jerolino vnnd vnfer swefter 
frauen Anntonia vonn herren Schkennderbeg Tfchrnayeuiz lieb- 
lichen grus. 

Kain vnnderfchrifft. 

Dem edlen vnnd weifen aller eeren vnnd hoher gab von 
got begabt meinem lieblichen aiden, herren Jerolino, vnnd vnnfer 
fwefter fraw Annthonia vonn herm Skennderweg Tfchrayeuig, 
fanndtfakh am swartzenperg vnnd bey dem mer vnnd in dem 
ganntzen lannd Diocletia herren, barmhertzig vnnd gar freunt- 
lichen grues e. h. Nachdem alfo wifs e. g., fider als geweft 
fein vnnfer dienner an den orten, vonn euerm gefund haben 
wir nicht mer gehört. Yeczund fchikh ich e. g. zwen käs 
tuorion vnnd zwo zerfpalten verhen. Nun empfachs e. g. in 
gutem willen vnnd in lieb als vnnfer alt freund als plut vnnd 
flaifch, die ir feit. Auch herr vnnd mein aiden Jersaime vnd 
mein fwefter frau Anntonia fchreibt mir vmb euer yedlichen 
fachen vnnd vmb euem gefund vnnd von e. g. wefen vnnd 
was e. g. not war, das man finden mag an den orten, e. g. 
fchaflf mit vnns als mit eurm frundt. 

Copia coaeva. Papier. K. k. Hof kämm erarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 



6. 

(1523). Skender Beg an seine Schnur Elisabeth und seinen Sohn 
(Neffen) Salomon. Grüsse und Geschenke (drei Bälge Käse, drei Käselaibe 
und fünftausend Fische). 

IIaCMCHHTIVH H iUSApWH H BkCAKIVH HkCTH H BH- 
CIVKiU[H] )^RaA[H] BOrO/Uk fi^Afi^EAHWH H BHCiVKWpWAl^' 
HIVH HAUIWH /UHAWH H /HOBH/UIVH CHkCH, TOCHC^I^H UsA- 



22 Mi kl 081 eh. [43] 

BiTi, H HaUJfAlS np'kBK3AI^BAI6H0iU8 CHH8 TOCnOAHH^ 

AiH OoaomohS wji,h rocnoA^P^ Gkiha^Pk B'kra I^pk- 

HOlBHlitl; CAH7KAKA L^pkH0r0pkCK0r4 H npHMOpkCKOPa 
H BkCIVH AHWK/IHTVuNCKWH d'k/U/IH rocnoAHHa^^MHAW 
H AIOBHMO H BfAC AP^^*^ n03 AP^B^I^HVf BAlUf/llS V^- 

cnoHBi^. 

IIo TiMh TAKWH fi,A 3HA rOCnOHkBUr BAIUC, KAKO HH EOPk 
CniVAWEH IVBAA^ATH H rOCnOl^BlVBATI* 3CMkAI6IO CCIO Ji,iJi,A H 
WIH,A HAlUfrO; TAKWH A10AHA%d POCnOA^ EOPA BkCCApkHCHTCAta H 
nO HACk H HA BACk j!^A BS^C BCAHKH BO^KH Ji,HKHH H HCnpC/UiHH 
npOAlHCk I^ApkCTBA M^, H BACk A^ B^r*!^ CnWA^^" IVBAA^ATH 

H rocnoi^BOBATY 3(AiAi6io H np*kcTOAW/Uk A^A^ " w^^ HAiucro 

H HAliJHCA/lk. 

HAKH A^ 3HA POCnOUtBO BAliJC^ l10CHAI€A1k BAliJlVH AIHAOCTH 
AkBA A\Hi\A CHfiA H HCTk AIHAHpk pHB'k H TpH CHpi: TBO- 
PIIVHI; H(rO npHAIH rOCnOUtBO BAUJC 3A A^^P^ BOAIO H 3A AlOEOBk. 

HAKH L|JO ( 3A nOTpiB^ BAlilS A MH AIOHCCAIO HA IVBfH 
KpAC; HAA^k A^nSCTITC 3A CBAKS pABOTS; H nOlUAHTC HH KHH. 
HCHl^S W BAIUCAI^ 3AP^BklO^ A^ 3HAM0^ KAKO ^KYb^CTC HA Tf)^H]^k 
CTfiAHA^k, H 3A CBAK8 AIH pABOTS IVAkOHlUHTC^ A^ 3HAA/I0 H 
rOCnOtie pYCHH^ l|JO TH pCHC HAlUk GKCHA^pk B0fB0A^7 B^LpSH, 
ifi'k C8 TOH pY(MH AlOi . AAH^ rOCROliie^ TKO HA CSHkUtC HC HC- 
yOAH, c8HkHf VA HC rp-kc, A^ 3HAliJk. 

H BOrk A^ SAIHOHCY BAUJS AIHAOCTk AA^HHk. 

A tergo: Haujivh a^haivh h aiobha^ivh cHkCH rocno- 

tH SAB'kTH H CHHt$ A^H rOCHOAHHS OoaO/UOH8 AIOBOBHO 

no3AP^B^>€HYc. 

Vberfchrifft : 

Vnnfer barmhertzigen vnnd lieblichen fehönen frauen 
Ysabeth vnnd meinem sun herren Salaman lieblichen grus. 

Vnnderfchrifft : 

Got mer eur gnad. 

Der edeln vnnd weifenn, aller wird vnnd höchften lobs 
von got begabt vnnd hochgeborner vnnfer lieblichen fchonen 
frauen Elifabeth vom herren Schkennderbeg Tfchrayeuiz, fanndt- 
fackh am schwartzen berg vrind bey dem mer vnnd in dem 
ganntzen lannd Dioklecia herren, barmhertzigen, lieblichen vnnd 
fruntlichen grus e. b. 



1^49] Die serbischen Dynasten Crnojeyi(<. ^3 

Nachdem alfo wie e. g. das vnns got vergleicht hat zu 
herfchen vnnfer herfchafft vnnd lannd vnnfers een vnnd vaters, 
dergleichen bit ich got denn herren als habens vnnd das nach 
vnns auch auf mich fey des groffen duin oder gnad vnnd wo 
der kaifer fein gedannkh nit verkert, alzeit got wirt vergleichen 
zu herfchen die lannd vnnd den ftuel vnnfers een vnnd vaters. 

Abermal bifs e. h. fchikh e. g. zwen pelg mit käs vnnd 
5000. vifch vnnd drey käs tuorion. Nun empfachs e. g. in 
gutem willen vnnd in lieb. 

Auch was e. notdurfft eruordert an difen orten, lafft vnns 
wiffen vmb allerlai notdurfft, eruordert mir auch eur fchreiben, 
das wir wiffen, wie ir lebt inn frembder ort, fchreibt vnns aller- 
lay, das wir wiffen, wie ir lebt in frembder ort, fchreibt vnns 
allerlay, das wir wiffen vnnd frau, was wert ir fagen, wirt vnns 
Schgennder voiuoda, glaub wenn es fein meine wort. Aber frau 
wifs, wer auf nit auflf die sunne kombt, den erwermbt die sunen 
nit, das, wifs. 

Copia coaeva. Papier. Auf der Rückseite: ,Da8 ift in tewtfch ausge- 
zogen, wie des gefangen Turcken brief lautten/ K. k. Hof kämm erarchiv 
(Fase. 18.579. R. A. 174). 

7. 

(1Ö23). Skender Beg an den Dragoman Knez Stefan. Skender Beg 
empfiehlt den Skender Vojevoda. Grüsse und Geschenke (zwei Forellen). 

ü/lfiUCHHTOMS H iM^ApOM^ H Bk[ca]K(H MkCTH H BH- 

cwk[c] }^Ba/\[(] BoriV/Uk a^P^^^hw/uS h Haiuf/u^ npYia- 
TfAio cTapo/u^, rocno^Mi^^ '^" khoS IIIc^^kh^, bmhkc 
noAaMc H np'kcB'kTAc rocnoA^ KNCTkHkKc AP^r'^^^^"^? 
wji,h cpaTa rocnotj^Ka th rocno^^P^ Okcha^Pi^ K'kra 
L(pkNO(BHKia, caH^KaKa HpkHoropkCKora h BkcwH ji^'iw- 

KAHTHÜlHkCKIVH S^/UAH rOdlO^HHa, /UHAO H BM( AfiAVW 
R03AP^KAI€HV( BpaukTBS TY. 

rio TCMk Aa 3Ha Baiiia /UHaocTk, KaKO Kk^c bhuk no 
npkBWiUk TAM^ ca8r^ HaiuH Ha np'kcB'kTaS noaan^ BHfTkHK^, 

H Tk^C HHH CaSrC HaiiJH Ka30BaUJ(, KaKO CHiUk bYW 8MHHIIV 

AP^HCkCTBO npaBO 8 npiscRiiTAf rocnoA^ 3a pa^H aiOBkBC ha- 
Ulf . 3a TiVH A\H SAX^AAaM^ BaiuwH /UHaocTH KaKO Naiucait^ 
BpaT^ H npYiaTcaio HauifaiS, kivh cch . naKH iv-T-oraH Bp^kai^iHa 

3 



24 Miklosich. [50] 

HHCC/UO M8/IH HHl[ja 3a BdlU^ iUHAOCTk^ HH HHTY AOHSCTY (AH8 
KHH;KHU8, Ji,A 3HAM^ l|JO W BaUJfMS 3APaBklO. 

naKH fi^A 3Ha Bauia MHaocTk ^ KaKO nocHAi€/Uk ca^ri; Ha- 
lUC A^ BCAHKi noaanc caaBHiUH rocno^H . Hcro Hat^MH Bork Ba- 
ui^ AiHaocTk KaKO Haujira spara h npitaTcaia^ /^a th B^^f 
np'knop^HiHk Haiuk OKfHAcpi^ BocBO^a; h fi,A ra immS np'k- 
nopSMHiiik H ivnoBHfuik Ha np'kcB'kTa^ noaas^ KaKO npaBH npV- 

aTMk HaiUk. 

H 3a paAH atOBkBic nocHai6/Mk spai^BS tY abh( nacrpkBi^ 
fi,A npHAiHuik 3a A^^P^ E^Aio H 3a aioBOBk^ KOio H/uaa/io c Ba- 
liJOMk aiHaocTH. 

naKH L|JO Baa^k norpIsB^c na WBfH Kpac^ Bauia AinaocTk 
3anoB(tk KaKO BpaTk naiuk h npYiaTfAk. 

H BOPk fi^A 8MH0HCH BaUli^ /UHAOCTk. 

FocnoAHHt^ MH H BparS Hauif/u8 kh(38 I|Ii4^kH8; 
BfAHKC H caaBHC noaaHi h np'kcBc[Ta(] rocnoA^ BHCTk- 

HkKC fi^fiArOA\AH\^y AIOBOBHO 003 AP^BAI€HYc. 

VberfchrifFt : 

Herren vnnd vnnferm brueder graf StefFan des groflen 
vnnd berumbten palaft durchleuchtigiften herfehafft Venedig 
dragamano, das haift dulmatfcb, lieblichen grus. 

Vnnderfchrifft : 

Got mer ewer gnade. 

Dem edlen vnnd weifenn aller eeren vnnd hoher gab von 
got begabt vnnd vnnferm alten freund meim herrn graf Steffan, 
des groffen palaft vnnd durchleuchtiger herfehafft Venedig tul- 
mätfch vom brueder deiner herfehafft, herren Skennderbeg 
Tfchrnauiz, sanntfakh im schwartzen perg vnnd herr, inn dem 
gantzen lannd Diocletia her, barmhertzig vnnd gar fruntlichen 
grus deiner bruederfchafft. Demnach wie e. g. als vordert ge- 
weft fein vnnferm dienner von dem durchleuchtigiften Venedi- . 
gifchen palaft vnnd zu derfelben zeit haben sy vns angezaigt, 
wie du ine recht gefellfchafft bewifen habft bey der durch- 
' leuchtigiften herfehafft vnnd das von wegen vnnfer liebe, der 
dannk wir e. g. als vnnferm brueder vnnd vnnferm freund der 
ir feit ; aber dennach haben wir nicht gehört vmb e. g., du haft 
vnns auch nit gefchikht ain fchrifftle, das wir gewifft heten vmb 
euem gefund. 



r51] Die serbischen Dynasten Ci-nojeviö. 25 

Aber bis e. g. wie ich fchikh Tnufern dienne^* zu dem 
groffen palaft zu der berumbten herfchafft, nur das got waift 
e. g. als vnnferm brueder vnnd freundt, das dir beuolhen fey 
vnnfer Schgkennder voiuoda vnnd das im dafelbft beuilchft 
vnnd anfagft auiF dem durchleuchtigiften palaft als vnnfer ge- 
rechter frund. 

Vnnd von wegen der lieb fchick ich deiner bruederfchafft 
zwo forchen, die empfach in gutem willen vnnd lieb, die wir 
haben mit euern gnaden. 

Auch was euch not will sein an difen orten, e. g. verfchaff 
als vnnfer brueder vnnd freund. 

Copia coaeva Papier. K. k. Hof kammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 



(1523). Zwei Briefe in italienischer Sprache. 

1. Sereniffime princeps et excellentiffime domin e, domine 
obseruandiffime. Hozi receui litere del signor Scanderbego Cer- 
nouics, sanzacho de Monte Negro, per el fuo vaiuoda. Vien im- 
basador a li piedi de veftra fublimita, a la quäl reuerentemente 
dinoto, che da poi el ditto f ignor fanzacho e nel Monte, mai 
per fua fignoria ne fubditi fui e fta innouato confini alcuni, ma 
fempre ben vixinato et vixina con li fubditi de vestra fublimita, 
el quäl a la serenita. veftra infieme col dito imbasador fuo 
vaiuoda se ricomanda. Cuius gratie humiliter me comendo. 

Budue die 2. Februarij 1523. 

Eiusdem fublimitatis veftre mandato 

Marinus Faletro 
poteftas et capitaneus Budue. 

Adresse: ,Sereniffimo principi et excellentiffime domino, 
domino Antonio Grimano, dei gratia inclito duci Veneziarum, 
domino obferuandiffimo.^ 

O. Papier, sig. appress. (Brief.) K. k. Hof kammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 



IC. xc. 

2. Cariffime falutem. A uuj fer Luche noftra mano di fiollo 
et fradello de parte de mj Zuan CoUe e de noftro chugne Ni- 
colo et altri fiollj e de noftra fuor Rose e de noftro pare e mare 

3* 



26 Miklosich. [52] 

e fradejlj. Uj aujxo chomo per dio grazie tutj femo fanj et 
faluj. ' Pregamo dio per uuj, aprexo uj aujxo chomo Nicolo 
noftrp chugne 1 e ande in Arbanie per forinentj, et e zunto quj 
litera del fignor Schandarbecho Cemoeuics, fanzacho de Monte 
Negro, pregandone douemo arecomendarlo et demoftrar uere 
fede et paze et dapoy el fuo zunzer, che dapoy el fuo uignir 
e non mercafe ne fchiaao ne robarie, me pazificho uiuer con 
tute quefte 3. tere, e pero uj pregamo quento fauemo et potemo; 
uogUj farge ogne azeto a quefto fuo mefo et arecomendarlo 
al s"** et demoftrar, che per amor noftro uogllj far et aue fato, 
et nuj reftaremo oblegatifimj , azio per mezo uite noftre puofe 
auer qualche audienfie et demostrar al fuo fignor Schander- 
bego, auegne che mefer Andree Gritj o fuo fradel Zane et fuo 
progurator et guefto, perche dapoy el uignir fuo maij a mercha 
fchiauo algun de guefte tre tere Budue, Chataro, Antiuarij, et 
gufij potrij efer teftimonio et palenter al s™^. per nome noftro, 
lo quäl Turcho e comesp del fignor a nome Schendar uoieuode, 
lo quäl uj arecomendamo per amor noftre. Bene ualeat. Budue 
die tre Feurero 1523. 

Zuen de Cholle uoftro in tuto a uuj me aracomendo. 

Adresse: ^Spectabili domino Luche Pafto, chamerer del 
s™<^ in palazo datj a Uenezie.' 

O. Papier. K. k. Hof kammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 



IL 
Anmerkungen zu den Briefen. 

bezgreShni: rodiidh moj bezgreäbni, in der deutschen Über- 
setzung jgeperer on sund', d. i. der pooHm, etwa ,Wahlvater'; 
der leibliche Vater, pravi otac, ist roditelj po grijehu: ,Koga tra- 
Üä po razhoju mlada ? ili brata^ ili bratnöeda ? aV po grehu stara 
roditeljaP Volkslied Vuk 2. 316. Talvj 1. 135. 305. Dagegen: 
/pooHmej bez grijeha babo/ Volksl. Ebenso kommt po grijehu sin 
vor. Man kann zur Erklärung den Psalm anführen : ev avofAiat; 
ffüveX/|<p0Y3V, ym h ajAopiiat? i%ia<jria(ji jxs ii ixt^TYjp fxou 50. 7. Die Ver- 
muthung des Herrn Professor V. Jagi6, Archiv fiir slavische 
Philologie 8. 627, die den Worten zu Grunde liegende Auf- 



[583 ^^^ serbischen Dynasten CrnojeTic. ^7 

fassung habe ihren Ursprung im Bogomilismuß , einer bei 
den Südslaven und von da nach allen Seiten verbreiteten 
Secte, bestätigt sich; Haereticus: Dico, quia unum tan tum est 
matrimonium verum et salutare^ sive inter Christum virum et 
fidem mulierem^ et de hoc semper loquitur scriptura, quoties- 
cunque nominat matrimonium. Carnale autem matrimonium 
dico esse damnatum vel damnandum. Punctaprincipalia et aucto- 
ritates extractae de disputatione inter christianum romanum et 
patarenum bosnensem. Starine 1. 120. Negant sacramentum ma- 
trimonii, et dicunt, quod nullus in matrimonio salvari potest 139. 
ToX«; Xe^oüctv, ü^ 6 ev Kuptw ^d[i.oq x.at i^ xaia 6ebv xpeüxporYia ßBsXuxxa 
etai TW Osw, xat 8ia toüto a(jup6T£pa avaTpexouatv dcvaOefjLa. Euthymius 
Zigabenus, Confutatio et eversio Massalianorum sectae. Ana- 
thema 6. xavovil^ouatv dico^iiv icovTeXYJ vqq Ihiaq Y^vaix.6<;. Euthymii 
monachi contra haeresim hereticorum qui Phundagiatae dicuntur. 
Braki zakonbnyje hezh smotrmija razdreäajutb i hraka otbstupaju- 
Uije jako Vbzdrb&niki prijemljutb i bla^etb. Svetago Jepifamja ,o 
jeresehb^. Glavy mascdijanhskago zloöistivago povelmija: Masalijane 
usuell Bogumüomb rekb§e Bahunomb, Starine 12. 234. Le dernier 
et le plus grave des p^ch^s mortels, si les Cathares admettaient 
des degr^s dans le p^ch^, est le . mariage, ou en g^n^ral le com- 
merce chamel d'un sexe avec un autre; car ils ne faisaient pas 
de difference entre la culpabilit^ de Tadultfere ou du concubinage 
et celle du mariage saint et legitime. C. Schmidt, Histoire et 
doctrine de la secte des Cathares ou Albigeois. Paris. 1849. 2. 87. 
Ils permettaient aux ^poux de demeurer ensemble, mais non 
aliter nisi abstineant ab opere conjugaJi. Ibid. Vuk Stefanovi6 
Karad£i6 hält es fiir wahrscheinlich, dass der Ausdruck ,von 
der bekannten Mönchsmeinung stamme, dass auch eheliche Ver- 
mischung eine Sünde sei^ Montenegro und die Montenegriner 95. 
Diese unkirchliche Meinung stammt aus der Lehre der Bogo- 
milen. Man vergleiche V. Bogiäi6, Zbornik 8. hrat bez grijeha 
207. Andere meinen, grijek stehe euphemistisch für ,Begattung^ 

Crna Gora, Was den Namen Crnojemc anbelangt, so 
meinen manche, derselbe sei aus dem Namen Crnogorac (Stefan 
Crnogorac) entstanden, ein Name, den die Quellen nicht kennen. 
Ebenso wenig wissen sie irgend etwas von der Erzählung, nach 
welcher Crnoje, ein Sohn Stracimir^s, eines Sohnes BaUa's, ge- 



28 Miklosich. [54] 

wesen wäre und seines schwärzlichen Antlitzes wegen seinen 
Namen erhalten hätte. Vuk Stefanovic Karad£i6^ Montenegro 10. 
Für die Behauptung der Verwandtschaft der Crnojevi6 mit den 
Bal§i6 lässt sich in den Quellen kein Grund finden. Der Name 
Crna gora beruhe, meinte man, darauf, Sto su Crnogorci Tur- 
cimajade zadavali; nach Anderen ward das Land nach Stefan 
Crnojevi6, dem Vater Ivan's, Crnagora genannt. Milakovic 
6, 66. Das Ländchen ^zetska planina^ habe ursprünglich Cmo- 
jeva gorüy dann Crna gora geheissen. Duöic bei I. Ruvarac, 
PriloSci 36. Vaclik 4. Der Name Crna gora findet sich schon 
1435 : catuni (Sennereien) Cmagorae» Glasnik 14. 14. Diese Er- 
klärungen sind falsch: Cmoj&dc ist zunächst der Sohn des 
Cmoje, ein Name, der von cm (asl. örzm) durch das Suffix cje 
abgeleitet ist, wie blagoje, hogoje, miloje usw. von blag, bog, 
mü usw. Slavische Personennamen 8. 114. Mit Crna gora, 
alb. mallj^-zi-a, hat cmoje, cmojevic den Stamm crn gemein, 
ohne davon abgeleitet zu sein. Der Name Crna gora Schwarzen- 
berg, Schwarzwald beruht auf der Farbe der Felsen, the black- 
ness of the rocks (Strangford) oder der Tannen ,des grands 
sapins qui donnent en hiver k ce pays un aspect noir et un 
caractfere sombre (Frilley et Wlahovitj 83). 

dioklitijanbskb: dioklitijanhska zemlja, Dioklitija, gleich- 
bedeutend mit Zeta, dioklitijskb (more dioMitijsko), Nördlich vom 
See von Skutari, am Einflüsse der Zeta in die Moraöa sind 
heutzutage noch die Ruinen einer Stadt zu sehen : duke plur;, auf 
den Karten dukla, aserb. dioklija: Stefanb, velü kräh, namistbuyj 
gospodinb vbse srbbbske zemlje i Dioklije i Dahmatije i Travunije 
i hhnibske zemlje, in einer lateinischen Urkunde Dioclia, Glasnik 
15. 223, archi&piscopv^ diocliends a. 1067, bei Constantinus Por- 
phyrogenitus At6x.Xeta, bei Ptolemaeus AoxXea, bei Plinius Doclea, 
respublica Docleatium, Die Form dioklitijanbskb beruht auf dem 
griechischen AioxXiQTiavot bei Constantinus Porphyrogenitus, De 
administrando Imperio 29. Daniöi6, Rjeönik 1. 271. 376. Die 
Sage des serbischen Volkes hat sich in diesen Gegenden des 
Kaisers Diocletian, wie anderwärts des Kaisers Trajan be- 
mächtigt: sie erzählt, der Kaiser Duklj an sei in der Tiefe des 
Flusses bei Vezirov most (oberhalb des Einflusses der Zeta in 
die Moraßa) angekettet und nage an seinen Ketten, die er auch 



[553 ^^^ serbischea Dynasten Crnojeyid. 29 

gerade am Tage vor Weihnachten zernage und ein Licht an- 
zünde, Zigeuner schlügen jedoch jeder einmal mit einem grossen 
Hammer auf den Amboss und befestigten die Kette wieder. Vuk, 
Wörterbuch : duJdjan, 1520. Man vergleiche Bozidarh VvJcovikb : 
pi^i§hdh§u mi otb otböhstva moego otb zemlje dioMüiskyje, e^e jestb 
Podgorica blizb §u§ti grada glagoljemago Dioklitije, egoze nekogda 
Shzyda DioklUianb kjesarb vb ime svoe. Bozidara Vukoviöa zbor- 
nici. Stojana Novakoviia Seite 5. 

Hier möge mir eine Bemerkung über Zeta gestattet sein, 
womit man ungefähr denselben Landstrich bezeichnet wie mit 
Dioklitija. Zeta lautet bei den lateinischen Annalisten und bei 
den diesen folgenden einheimischen Schriftstellern, wie Kaöi6, 
Zenta, in italienischen Quellen Xenta^ Genta, in welchen Wort- 
formen nt nichts anderes ist als die Bezeichnung des d: l^svia 
ist das albanische Zedda Hahn 1. 139. Mit Unrecht hält Safarik, 
Serbische Lesekörner 31, z^ta für die richtige Schreibung. Das 
Wort ist höchst wahrscheinlich albanischen (äkipetarischen) Ur- 
sprungs, indem die Albanier ursprünglich viel weiter nach Norden 
reichten als heutzutage, was diejenigen leicht zugeben werden, 
die die Albanier für Nachkommen der alten Illyrier halten. Man 
unterscheidet das obere und das untere Zeta: unter jenem ver- 
steht man das nördliche Flussgebiet der aus der Verbindung 
der Peru6ica und der Oboätica in Bjelopavli6i gebildeten Zeta; 
unter diesem die fruchtbare Ebene von dem Punkte, wo sich 
die Zeta mit der Moraöa verbindet, bis zum See von Skutari, 
der auch der See von Zeta hiess : ,Quae pars in aquilonem ob- 
versa est, Zenta superior, quae in austrum respicit, Zenta in- 
ferior nominatur: huic a meridie adjacet palus Labeatium^ Far- 
lati 1. 161. Das Volkslied kennt auch eine gornja und donja 
Moi^ai^a, An anderen Stellen wird unter Zenta inferior das Land 
südlich vom See von Skutari verstanden: ,Zentam superiorem, 
quae ab Zenta inferiore Labeatide palude intermedia disjungitur, 
Georgio despotae B,asciae ademptam obtinebat Cernowichius, 
dux Montis Nigri, et voivodae titulo insignitur^ Farlati 6. 463. 
Bei diesem Schwanken der Bedeutung des Ausdrucks Zeta in- 
ferior ist es begreiflich, dass die BalSa als Herren der Zeta er- 
wähnt werden, da sie in der That Herren des Landes im Süden 
des Sees von Skutari waren: Zorzi Stracimir, signor de Xenta. 
BaUa, gospodim Zeti i kb tomu 1367. Glasnik X. (1870) 191. 



30 MiklosicJi. [56] 

Strazimiro et Georgio ac Balse fratrilms, zupanis Zente 1368, 
Lenormant 12. Nui Gorgi de Strazimir, signor de Zenta 1388, 
Rad 37. 25. Baläa, duka velUci i gospodarb zemli zetskoj i svemu 
zapadnemu pomoriju, Podatci 221. Man vergleiche Zeta i dio- 
klitijsko pomorije in den serbischen Jahrbüchern. Dass hier an 
die Zenta superior nicht zu denken ist, ebenso wenig an das 
Land am Nordufer des Sees von Skutari, dürfte sich aus den 
Quellen ergeben : beide Landschaften gehorchten den Crnojevic, 
die letztere zeitweilig den Gjuraäevi6: Ivarib Crhnojevikb, gospo- 
darb zetski 1484. Glasnik X. (1870) 191. Montenegro scheint 
in früherer Zeit zetska planina geheissen zu haben: eine bleibende 
Bevölkerung mag es erst nach der Eroberung der fruchtbaren 
Landstriche durch die Türken erhalten haben. 

eminb (carevb i kadija carevb), türk. eminb Verwalter der 
Dörfer, die dem Kaiser Zehent zahlen. 

hamuka: türk. Uemxa Damast, ngr. x^^l^^u/a«;. 

hazdeja, jetzt azdija, Art Oberkleid. Das entsprechende 
türkische Wort kann ich nicht nachweisen. 

knezb (otb gradovb vaäihb der Venetianer), it. conte. 

mijehb: dva mijeha sira, in der deutschen Übersetzung 
jZwen pelg mit käs^ mehb sirenija in einer serbischen Urkunde 
des 14. Jahrhunderts. 

nibnina Schade. 

nadati: ne bismo radi, ^da nadamo sluge vase, in der 
deutschen Übersetzung ,das wir nit gern wolten versagen die 
dienner euer herschaften^ 

pen^ati, in der deutschen Übersetzung , verkaufend* kude 
se moze taj so pen^ati. 

pijena Strafe. 

providurb proveditore. 

rasplatiti spalten: pastrbva rasplacena, in der deutschen 
Übersetzung ,zwo gespalten verbeut 



r57l ^^ serbischen Dynasten Crnojeyiö. 31 

rbvati: mi Vbsegda rbvasmo s providuri i knezovi va$i(mi) : 
dafür in der deutschen Übersetzung ^haben alweg mit eur 
herschafft vest^ 

sanzakb: ttirk. sand^ak Provinz, serb. Verwalter einer 
Provinz, pokraihni sanzakh, 

1 sinhdikh, it. sindaco. 

80 da: imati sodu, in der Übersetzung ,versolt sein^ 

starograckij : knezb starogracki^, wofür in der Über- 
setzung jgraf zu Wudua^ 

§aäinb, it. assassino: gde uhvati pokraühni san^akb vaSega 
zloöinju i äaäina, 

trojbuy it. tregua: mirb i trojha, miat. treuga. 

tvorilbub: dva sira tvoriona: in der deutschen Über- 
setzung jzwen käs tuorion', richtig zwei Käselaibe: tvonona 
von tvorihnb von tvorilo Käsestock, Käseform. 

ucinb, it. Dulcigno. Neben ucinb liest man ulctrib, Ibcim, 
heutzutage ulcin, ocin. 

vlastelb, it. nobile. 

III, 

1523. Akten, die berichten, wie die Briefe in das k. k. Hof- 

kammerarchiT gekommen sind. 

über die Lage des in diesen Akten erwähnten Meran belehrt folgende 
Notiz: ,Marano Lacunare. Comune nel Veneto, prov. di Udine, distretto di 
Palma. Nei secoli scorsi fu un castello assai forte e renne in potere della 
republicaveneta,qaando questa nel 1430 tolse il Friuli al patriarca d'Aquileia/ 
Dizionario corografico deir Italia 4. 899. Porto di Maiano. Sanudo 414. 
Ursprünglich zu Aquileja gehörig, ward Marano im 15. Jahrhundert vene- 
tianisch, 1523 war es. österreichisch und ist jetzt italienisch. 

1. 1523. 4. März. Durchleuchtigifter, grosmächtigifter furft, 
genedigifter herr, e. f. d. fein vnnfer fchuldig phlichtig diennft 
fein ewr f. d. in vnnderthänigifter gehorfam zuuor. Genedi- 
gifter herr! Jeronimo de Sara mitfambt ain Bekam Tfcheho 
genannt vnd feine mituerwanten haben denfelben Tfcheho mit 
berurts Jlieronimo schiff vmb traid zu farn von Meran aufge- 



32 Miklosich. [58] 

ichikht, mit iblichem schiff der berurt shifman in den funfften 
monat ausgewefen. Als aber derfelb Tfchecho das fchiff mit 
vierhundert star trayd geladen, ift er gen Budua, ain flekhen 
den Venedigern zuegehörig, in die porten khömen, fo an Dal- 
macia und Albania ligt, dafelbft vngewiters halb fich etlich tag 
verczogen. In dem ift ain Türkhifche potfehafFt mit zwayen 
Turkhen gen Budua khömen in der porten, die shiff befichtigt 
vnd dieweill niemand anders gewifft, als das bemelter Tscheche 
mit dem schif auf Venedig zu farn, auch khain peffer shiff als 
berurts Jeronimo shif gewefen, hat der Venedigifch poteftat zu 
Budua mit gwallt vershaffen den Turkhen mit feinen zwen 
knechten vnd fchreiber anczunemen, das fich der shifman ge- 
widert, ine aber darczue gedrungen mit dem, das er im den 
traid wolt laffen ablegen. Darauf ift bemelter fchifman gemuefft 
die Turkhen anczunemen vnd mit dem shifman pactiert fuerlon 
zwelff ducaten par beczallt. Nachdem aber der shifman funff 
perfon vnd der Turkhen nicht mer als drey vnd ain slaff ge- 
wefen, damit der Turkh möcht den shifman nöten, hat der 
poteftat noch drey Criften auch in das shif geordnet. Mitfambt 
den fein sy weg gefarn. Als nun der bemelt shifman der 
Meraner porten durch fueglichen windt nachend khömen, hat 
er fich gegen der nacht in die porten gelaffen vnd in der nacht 
ift der Tfchecho haimlich aus dem schif vnnd zu der ftatmawr 
Merana khömen, daffelb dem haubtman zu erkhennen geben, 
wie ain Tirkhifche potfchafft in irm shiff fey; wo nit durch 
gwaltige aufhaltung nach dem traid im schiff zu speisung 
Merana gefchech, so werde der Turkh mit feinen leuten den 
shifman nöten in Venedig zu farn; das werde der stat Meran 
zu groffem nachtaill raichen vnnd abpruch des getrayds tewrung 
gebem; darczue fo fey der Turkh vnfers genedigiften herrn 
veindt; dieweill er dann on glayt in dip porten khömen, mug 
man in woll vaungklich annemen. Darauf hat fich Criftoff 
Walderftainer mitfambt etlichen knechten vnnd 4. shifflein oder 
parkhen aufgemacht vnd dem shöf vngeuärlich ain Teutfche 
meill weitt zugefarn vnnd am erften mit ainer parkhen, darinn 
etlich perfonen, mit im gleich zuuerfteen als wellen diefelben 
auch gen Venedig mit inen farn, nach maln aber ain parkhen 
mit den das fouill leut auf das scheff khömen, das sy des Tur- 
khen mit den siben perfonen gewaltig gewefen fein, die andern 



£59'] Die serbischen Dynasten CrnojeTic. 33 

ZWO parkhen auch zuegefam, darnach das sheff auf Meran ge- 
wenndt vnd die Turkhen gefanngen. Das ift vnns alfo durch 
den haubtman zu Meran auch Criftoff Walderftainer anczaigt 
worden. Demnach haben wir Leanhardten Babft^ e. f. d. ambt- 
mann czu Meran, nach bemelten drey Turkhen gefchikht, da- 
neben beuolhen all ir guet in dem sheff zu inuentiem, damit 
nicht werdt verkhomen, fo lang vnncz wir in namen e. f. d. 
die Turkhen examiniem fumemen, auch e. f. d. gelegenhait 
aller ding erkhundigung vnnd hanndlung zuefchreiben vnnd 
verrer e. f. d. befchaids erwarten vnnd emphahen, als wir 
vnns dann verfechen der haubtman fey fölhem nachkhumen^ 
wie er vnns dann felbs anczaigt. 

Als wir aber in denfelben tagen in der handlung zwifchen 
herren Niclas Rauber Freiher etc. an ainem vnd der ftat auch 
camaun der von Triefft annders taills verhör gehalten^ haben 
wir vnnfem genedigen herren den bifchoff von Lajbach zu vns 
erpotten bey fölher examinacion der Turkhen zu fein^ das er 
ganncz willigklich gethan. 

Haben darauf den gedachten Turkhen vnnd die ange- 
czaigten furhaltung laut beylignnder copey gefragt, der vnns 
auch auf yeden fragartikhl anntwort geben in bemelter fchrifft 
vergriffen, daraus werden e. f. d. derfelben notturfft vnnd ge- 
legenhait nach woll wiffen zu hanndlen. 

Nachdem wir nu finden, das der berurt Turkh ain ver- 
ftändige perfon, die gelegenhait der Woffnishen lannden auch 
vermugen derfelben des Turkifhen kaifers lännder, mit was 
macht derfelb Turkhifch kayser gegen difen confinen fein macht 
zu brauchen Ordnung geben, an im zu erkhundigen ift, haben 
wir bedacht, das nicht peffers als den gedachten Turkhen e. f. d. 
löblich regiment zu fchikhen in e. f. d. stat Neuenftat. 

Als er aber etlich brief von feinem herrn an die herrfchafft 
Venedig vnnd annder fonnder perfonen bey im gefunden fein, 
haben wir diefelben geöffnet vnd interpretiern laffen nach den 
puechftaben derfelben Syruischen fchrifft vnd fprach, auch laut 
beyligennder copey vnnd darczu die rechten originall haben 
wir e. f. dt. mit zufchickhen nit vnnderlaffen wellen, in welhem 
wir befinden, das sich des Turkhen sag mit denen briefen zum 
taill nit all vergleichen. Darauf werden nu e, f. dt, mit inen 
zu handien wol Ordnung geben. 



34 Xiklosick. [60] 

Dann wir bedennkben gleicbwoU, es möcbten ficb die Vene- 
diger bemuen worden vmb gedachte potfchafft za ledigen hanndlen 
vnnd ficb der banndlung befwäm. Demnach haben wir nicht 
vnnderlafren, sonnder e. f. d. gelegenhait aller handlung mit 
znefenndang des Turkhen obriften difer potfchafft, auch feins 
zuegebnen fchreibers briefen vnnd alles berichts. 

Dann an den zwen Turkhifchen knechten haben wir vns 
nicht er^Eun mugen, dann bey denfelben ift khain fonder ver- 
ftanndty allain ir Turkifhe aigenwilligkait, grob vnnd vnachtper 
leut fein, darumb haben wir diefelben zwen gen Laybach in 
das slofs zttuerwam im thum Ordnung geben vnczt auff weittem 
e. f. d. beuelh. 

Weitter fo hat diefelb Turkhifch potfchafft etlich taufennt 
gedrukhnet klaine vifchle gehabt zu uerkhauffen fambt ainer 
suma gellts, samat, seiden vnnd gewannt in notturfft berurts 
Thnrkhifcher potfchafft herrm vber hof zu klaiden khauffen 
foUen. SöUich gellt finden wir nit das es fey vorhannden, wie 
dauon in den briefen meidung befchicht etc., fonnder wir ftellen 
das in Verantwortung e. f. d. haubtman zu Meran, aber die 
vif h, das die nit verderben, haben wir Ordnung geben die zu 
uerkhauffen vnnd das gellt wie annder guet der Turkhen zu 
behalten vnd im arreft beleiben laffen, wie dann e. f. d. verrer 
darinn zu hanndlen Ordnung gibt; des fein wir in aller gehor- 
fam gewartenndt. 

Aber dieweil der Sara mit feinem shiff, auch der shifman 
vnd ander nftmer nit ficher auf difem mör ir narung vmb difer 
handlung willen mfigen fuechen, auch der Walderftain fein ge- 
treuen vleifs die Turkhen zu behalten bemuet vnd die wenigift 
arbayt oder vrfach difer Turkhen gefangknufs dem haubtman 
mag zugemeffen werden, fonnder was im e. f. d. aus gnaden 
dauon will zueftellen, in dem allen nach e. f. d. woU wiffen zu 
hanndlen. 

Darczue fo begem die gedachten Sara, Walderftain, shef- 
man, auch der Tfchecho vnnderthänigs vleifs bittenndt e. f. d. 
welle ine nach erkhundigung e. f. d. notturfft den Turkhen, 
auch die zwen fein diener, fo zu Laybach fein, widerumb zu- 
ftellen laffen. 

Dann die andern drey, fo criften vnnd den Turkhen zu- 
geben, haben wir dem Sara zuegeftellt denfelben der Venediger 



[QV\ I^io serbischen Dynasten Crnojeviö. 35 

vnderthanen ir guet wider czue geben on enndtgelltnurs^ auch 
e. f. d. haubtman zu Meran darumb gefchriben, damit der 
Venediger vnnderthannen nit befwärt werden. 

Vnnd nachdem die Thurkifch potfehafft siben Turkifch 
hunndt; zwen mawffer habich vnd zway habicfale zu Venedig 
zuuerem mitgefuert, so haben wir von denselben vier hundt 
vnd ain habich bej CriftoflF Walderstain auf Ynsprugg oder wo 
e. f. d. perfondlich fein foU, zuegefchikht. 

Ewr f. d. fuegen wir zu wiffen, das die Venediger funff- 
hundert pherdt mit nam signor Malatefta vnnd den Mercurius als 
haubtleut in FriauU zu khomen verordennt fein foUen, auf was 
majnung ift vnns noch zu der zeit verporgen. 

Aber wir haben nit vnnderlaffen, fonnder den oratoresen 

zu Venedig des Turkhen auch der phärdt halben gefchriben 

vnd dieweyll e. f. d. potfehafft auch zu Venedig ankhomen, 

zweifelt vnns nicht, fouill not ift, nicht verhalten, ob ainicherlay 

practikhen wider e. f. d. oder dife flekhen foU furgenomen 

werden, das alles weiten wir e. f. d. als vnferm genedigiften 

herrn vnderthänigifter gehör fam nach nit verhallten, der wir 

vnns vnderthänigift e. f. d. beuelhen. Datum Geörtz am vierdten 

tag des monets Marcy anno etc. im XXIIP®". 

E. f. d. 

vnderthenigift 

gehorfam 

verordennt comiffarj der 

reformacion in Crain. 

Auf der Rückseite: ,Die abfchrifft von der reformierer 
brief in Crain des gefangen Turckhen halben. A.' 

Copia coaeva. Papier. Fol. 4 Blätter. K. k. Hofkammerarchiv (Fase. 
18.579. R. A. 174). 

2. Fürstlicher durchl(e)uchtigkhait etc. commiffari der refor- 
mation in Crain in beywesen des hochwirdigen furften vnd 
herren, herm Criftoffen bifchouen zu Laibach vnd Seckhaw etc., 
alls Schkhennder veyuoda das Schkhennderbeckh Zernouickh 
alls herren vnd innhaber der gegönnt Zernogorfchy vnd Die- 
klefskhianfchy diener aus dem scheff von Meran geen Görcz 
bracht worden. Haben in, wie hernach uollgt, examinieren vnd 
fragen lalfen. 



36 Miklosich. [62] 

Zum erften: warumb er gein Venedig abgeuerttigt vnd von 
welhem herrn, ob er credenncz, inftruction vnd annder beuelch 
hab? Sagt darauf^ er fey ain subwafchy oder veyuoda, hab 
XX. dörffer vnnder im, fey von berurtem feinem herren zu der 
herrfehafft Venedig in potfchafft weis abgeuerttigt von wegen 
der confinen der vier nachberurten steten der Venediger^ fo 
mit obberurten sanezagkh greniezen, Budua, Gataro, Antifery 
vnd Dulczin, nemblich Turkhifcher khaifer fol feinem herren 
sanezagkh gefchriben vnd mit zwayen khady vnd ainen fchkhla- 
uen geboten haben fein greniezen ain Venedigifch meyl an die 
felb fteet von flecken vnd mör zu feezen. Darumben fol er bey 
der herrfchafft Venedig gehanndlt haben, das diefelb derhalben 
ainen findiej dafelbft hin verordennt hette vnd fey zu Budua 
in Dalmatia auf das Maranifch fcheff aus beuelch des Venedi- 
gifchen podeftat dafelbft gefeffen. AUfo fey er geen Meran 
komen vnd dafelbft gefanngen worden. 

Weiter gefragt, ob Rodis verlorn fey? Sagt nain. 

Item gefragt, ob der Turkhifch kayser felbs daruor ge- 
legen fey vnd wie ftarkh, auch wie lanng vnd was fchaden er 
dauor genomen hab etc. Sagt, der Turkhifch kayser fey vn- 
geuerlich bey zwayen monaten mit feiner perfon abczogen vnd 
hinder im in der innfl verlaffen Penn wafcha mit XL*^ per- 
fonen; hab ain beueftigung oder paftey mit V^. heufer dafelbft 
vor Rodis gepaut, vnd ift auf Conftantinopoli geczogen, vnge- 
uerlich V^. perfon mit im genomen, die anndern haim ziehen 
laffen; hat zwaimal hunderttaufent man dauor gehabt. 

Verrer gefragt, ob der Tui'khifch khaifer annderswo auch 
krieg hab, mit wem vnd mit was macht, was im wiffendt fey 
des Turkhen furnemen gen Hungern oder dife lanndt. Sagt, 
Turkhifch khaifer fey der mainung geweft, wo er Rodis erobert 
het, wollt er auf ItaUa vnd auf Neapolis mit feiner fchiffung 
vnd armata geczogen fein. Souerr aber Rodis nit erobert wurd, 
well er fein zug den yczigen sumer auf Hunger (n) nemen, 
dann er ycz mit dem SoflFy vnd yederman befrid ift. 

Item gefragt, was verfteen oder practica fein herr mit 
der herrfchafft Venedig hat. Sagt nicht annders dann wie er 
vor gefagt, fonnder das fein herr dem herczogen von Venedig 
sibend wint vnd vier habich zu uerern gefchickht in mainung 



£633 I^io serbischen Dynasten CrnojeTid. 37 

fich gegen der herrfchaflft Venedig zu naigen^ des er fich in 
die brief, fo er bey ime hat, zeucht. 

Item mer gefragt, wer dem Turkhen hillff oder rat geben 
hat Rodis zu belegem. Sagt wifs nicht, dann das der Venediger 
armata dieweil ftil gehallten vnd ir fleckhen behuet hat. 

Mer gefragt, ob der Turkh difer der ofterreichifchen 
lannden nicht gedacht hat. Sagt, wifs nicht. 

Verrer gefragt , was für kriegsleut in Woffen ligen vnd 

was ir beuelch fey. Sagt, ligen vngeuerlich bey X^. kriegsr 

' perfonen allweg in der Woffen, die fein dafelbft verordennt 

die confinen der Woffen zu behuetten vnd das Erabatifch 

lanndt heraus zu befchedigen. 

Item gefragt, ob der Turkh khriechifcher Weiffenburg 
paut hab oder nit. Sagt ja, wifs aber nit aigenntlich wie vnd 
in was gestallt. 

Gefragt, ob der Turkh allt oder jung fey vnd wie er 
namen hab vnd ob er iich vor Rodifs hinfur tban hab. Sagt, 
fey ain man bey XXX. jom vnd wirt genannt soUtan Salaman, 
will auch allweg bey treffen vnd fturm, fo mit oder wider die 
veindt befchehen, bei fein, doch ferr dauon fo weyt in das ge- 
fchucz nit erraichen mag vnd fein leut mueffen flahen vnd 
stirmen alls lanng er daselbft hellt; wan er aber abzeucht, fo 
mugen darnach fein leut dauon laffen. 

Mer gefragt, was der Turkh vom khaifer Karl, kunig 
von Hungern vnd vnnferm gnedigiften herm von Ofterreich, 
hallt oder auf was macht er sy fchäczt. Sagt, das vom kayser 
vil gehallten wirdt vnd von anndern criftenlichen furften, fey 
aber bey inen ycz die sag, wie diefelb furften vnd herren fich ycz 
wider die Türken fameln. Dieweil sy aber grofs vnainigkhait 
zwifchen einannder haben, alls sy des auch wars wiffen haben, 
demnach khunen sy nicht glauben, das lolhe befamblung wider 
sy difer zeit fein muge. 

Gefragt, ob der Turkh ain groffe fchi£Fung hab gehabt 
vor Rodis vnd was er für volckh vnd schiff dauor verloren 
hat. Sagt, der Turkhifch kayser hat vor Rodis bey V^. segl 
allerlei fchiffung gehabt, darundter fein ime XIj gallen zu 
grundt gefchoffen worden. Vnd hab bey XLVIj.** perfonen 
am fturm am lanndt vnd mör verloren, dieweil der Turkh 
perfondlich daruor gelegen ift etc. 



38 Miklosicfa. [64] 

Vnd haben gefragt, ob auch ain annder herr oder wafcha 
mit feiner macht verordennt fey wider die Cristen den wafcha 
von Woffen hilff ze thuen, wo ain einczug in Woffen befchehen 
fol, vnd mit was macht der Wofchnifch wafcha mitfambt 
ännder zuegeordenter hilf widerftanndt thaen mugen. 

Sagt darauf, das der wafcha in Woffen vermug guts Vnd 
böfs X^. pherdt vnd man, dem fey zuegeordent in nöten zue- 
czucziehen der wafcha der gegennt Moftar genannt, vermug 
guts vnd böfs zu rofs vnd zu fuefs XV^. man. 

Das alles macht XXV^. man zu rofs vnd fufs, guts vnd ' 
böfs, mit dem fein sy geordnet diefelben lannde vnd gegennt 
zuuerwarten vnd nicht mer. 

Man hat in auch gefragt, warumb fein herr den adler, 
alls die brief darmit verfiglt, fuer. Gab er anntwort, fein herr 
wer auch des geflechts der dispoten, die von Conftantinopl 
herkhumen, darumb wer es fein wappen vnd klainat. 

Auf der Rückseite : ,Des gefanngen turcken fag den refar- 
miern in Crain gethan/ B. 

Copia coaeva. Papier. Fol. Zwei Blätter. — Ebenda ein zweites Exem- 
plar mit geringer Textverschiedenheit und einem lateinischen Auszug am 
Rande jedes Artikels. Auf der Rückseite: ,Copey der Türkischen potschaft 
sag vnd anzaigen^ 

K. k. Hofkammerarchiv (Fase. 18.579. R. A. 174). 

3. Hernach uolgt, was der Turckh, fo zu Miränä auf dem 
mör gefanngen worden ift, dem groscannczler vnd hofrat der 
Nideröfterreichifchen lannde in guetlicher frag gefagt vnnd be- 
kennt hat. 

Am erften fagt er^ wie in feiner erften sag, wie er aus- 
gefaren vnnd welher maffen er zu Mirän gefanngen fey worden, 
diefelb fein fag ligt hiebey mit .A. verczaichennt. 

Zum anndem fagt er, fein herr hab ime ainen sackh mit 
gelt geben mit feinem ring verpetfchafft^ denfelben seckhl hab 
ime der haublman zu Mirän genomen. In den Turkhifchen 
bri«f wirdt gefunnden, das im seckhl funffczehenhundert ducatn 
gewefen. Der gefanngen Turckh fagt, er wiffe das in demfelben 
sackh für zwayhunndert ducaten Marzell gewefen, aber wie 
uil golt, wiffe er nit, wann fein herr hab den sackh felbs ver- 
petfchafft, wie obfteet. 



r65^ I^ie serbischen Dynasten Crnojevic. 39 

Zum driten fagt er, das er kamen anndern beuelch ge- 
habt dann wie die brief lauten. 

Zum vierten zaigt er auch an, das der .... zu Görcz 
ime auch funnffczigg ducaten genomen. 

Zum funnfften, als ain brief laut, das er zu Venedig mit 
etlichen reden foUe, wie sy von inen vernemen werden, ift er 
gefragt, ob er ainen fonndern beuelch het gehabt. Hat er gefagt 
nayn, nichts annders dann diefelben feyen Criften vnnd fein 
aus der Turckhey gen Venedig gewichen, foUe er sy fragen, 
wie es inen in frembden lanndn gee. 

Zum sechften hat er auch anczaigt, wie er von feinem 
herrn beuelh gehabt feine bekannten zu Venedig zu fragen, 
ob vnnder den Criften frid fey. 

Zum sibenndn fagt er, die Venediger haben albegen ir 
botfchafft bey dem Turckifchen kayfer vnnd vor Rodifs ir bot- 
fchajfFt auch gehabt. 

Zum achten, die Venediger haben ir armara bey Candia 
vnnd Zippern gehabt zu uerhueten, haben weder dem Turckhen 
noch Rodifern nit geholfFen. 

Zum neunten der Turkh fagt, wo den Rodisern aus Hispäni 
nit hilf kume, fo verhoffen sy Rodifs zu erobern. 

Zum zehennden zaigt er an, der Turckifch kayser fey 
der maynung, wann Rodifs erobert, wolt er ain armara auf- 
richten vnnd feinen krieg auf diefelb armara ftellen; wo er 
aber Rodifs nit gewynnen muge, fo welle der Turckifch kayser 
feinen krieg auf Hunngern vnd annder lannde dafelbft umb 
wennden. 

Zum aindlifften fagt er auch, der Turckhifch kayser laffe 
machen ain tawfennt klaine schef, das albegen zehen phärt 
an ainem schef ziehen, diefelben fcheff welle er auf fannd Ann- 
dree vnd Kriechifchn Weiffennburg auf der Thuenaw prauchen. 

Zum zwelfften fagt er, der Tatter hab bey dem Turckhifchn 
kayser vor Rodifs gehabt bey funnffczehentawfennt man vnnd 
der Sofy auch bey dem Turckifchn kayser vor Rodifs zehen- 
tawfennt man. 

Zum dreyzehennden hat der Turckh gefagt, der Turckifch 
kayser vermüge auf difem lannde bey achcziggtawfennt phärdt. 

Zum vierczehenndn fagt er, zu Algeir hab der Turckhifch 
kayser funnfftawfennt phärt, die das lannd behueten. 

4 



40 Miklosich. [66] 

Zum funnffczehenndn fagt er, der Turckifch kayfer hab 
lieh ennhalb des mors allennthalben befridt, das er auf Hunn- 
gern vnnd annder lannd dabei ziehen muge. 

Zum sechczehennden fagt er, zu Kriechifchn-Weiffennburg 
hab der Turckhifeh kayser funnflftawfemit man vnnd zu Sabacz 
drewhundert man. 

Zum sibennzehennden fagt er, in der Woflen mög der 
Turckifch kayfer haben viertawfennt phärt vnnd sechstawfenndt 
zu fuefs. 

Auf der Rückseite: ,DeB gefanngen Turcken sag dem 
hofrat gethan E/ 

Gopia coaeva. Fol. Papier (zwei Blätter). 

K. k. Hofkammerarchiv. Fase. 18.679. R. A. 174. 



IV. 

Nachrichten ttber die CrnojeTid. 

14. Jahrhundert. Die ältesten Crnojevi6, deren in den 
Quellen Erwähnung geschieht, sind Micus und Radoslav Zer- 
novich, sie kommen vor in einer in italienischer Übersetzung 
erhaltenen Urkunde von Stefan DuSan aus dem Jahre 1351 über 
einen Streit zwischen dem Patriarchen Danil und der Stadt 
Cattaro. Dieselben Personen finden sich in einer von Stefan 
Uroä zu Gunsten von Cattaro ausgestellten Urkunde, die in 
das Jahr 1356 gesetzt wird. Rad. I. 143. 148. Ruvarac I. 34. 
Darauf folgen Radio und Stefan Crnojevi6, welche mit ihren 
Brüdern gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit den Ragusanem 
ein Freundschaftsbündniss schliessen: obestava se Radi6t i St^- 
pant Crbnojeviki stvomb brattju svojemt slavnomu gradu Du- 
brovniku, knezu i vlastelomb dubrovötskimt i ludemt grada 
Dubrovnika, da smo nihb sridöini pn»jatelie i bratija, i da prt- 
jamo usw. Monumenta serbica 566. Dass diese Urkunde noch 
in das 14. Jahrhundert fällt, ergibt sich daraus, dass Radio 
1396 umkommt. 

1392, 30. November. Radio erhält flir sich und seine Söhne 
und Erben das venetianische Bürgerrecht: Radiz de Qernue, 
dominus Zente et Budve et ceterarum partium Sclavoniae. Glas- 
nik 12. 129. 



1*671 I^ie serbischen Dynasten Crnojevid. 41 

1393, 20. April. Radio (Radize Cernoje, baro de partibus 
Zente) überlässt den Venetianern das castrum de Leexio posi- 
tum super forum salis, qui mittitur Sclavoniam, et quod est 
oculus dexter Durachii, sine ipso nihil dici potest valere Dura- 
chium. Glasnik 12. 138. 

1396, 25. April. Radio wird in einem Kriege mit den Bal§i6 
getödtet: Favente domino, schreibt Georg Stracimir den Vene- 
tianern, die yigesima quinta mensis aprilis maledictus istius 
patrie destruetor, videlicet Radio Cernoe, interfectus fuit a nostro 
exercitu, et partem territorii nostri, quam in manu forti tene- 
bat, habuimus. 31. Mai 1396. Dulcigno. Glasnik 12. 180. 

1439. Zwischen dem Comes Stefanus und den Venetianern 
soll Friede geschlossen werden : Scriptum Marco et Aluixio et 
Comiti Catari, quod in practica, quam habebunt cum comite 
Stefano, procurent habere totam Zentam inferiorem, Drivastum 
et Jurossevichios (qui sibi videntur vereri redire sub nostro do- 
minio). Glasnik 10. 97. 

1442, 15. Juli. Benche 1 conte Stefano vaivoda sia entrado 
in la Zenta de soto per il mezo de Stefaniza Juras et contra 
la intencion di altri tre Jurasi. Glasnik 14. 57. Vergl. 47. 53. 

1444. Copia capitulorum seu questiones unius privilegii facti 
per Franciscum Quirino, comitem et capitaneum Scutari, inter 
dominium Venetiarum et comitem Stefanum,vayvodam.Cernovich. 
Glasnik 10. 139. 

1451, 17. Juli. Magnificus Stephanus Cernoevich vajvoda 
schliesst mit den Venetianern einen Vertrag. Als Stefanos Brüder 
werden genannt Jurasinus und Coicinus. Die Urkunde befindet 
sich in Venedig, eine Copie davon in Cetinje. Milakovic 63. 

1455. II signor Stefano Cernovich cum Xentae conventu 
adhaeserit dominio Veneto. Pacta illorum de Xenta superiori 
cum dominio veneto, traducta de sclavo in latinum 1455 apud 
S. Nicolaum de Vranina. Glasnik 10. 141. 

1456, 6. September. Stefan schliesst mit den Venetianern 
ein Btindniss. Das Original der Urkunde befindet sich in Vene- 
dig, eine Copie davon in Cetinje. Milakovi6 55. Wann Stefan 
starb, ist nirgends angegeben: dass er jedoch im Jahre 1466 
bereits todt war, ist sicher; wenn demnach die montenegrini- 
schen Annalen sagen: va löto 1471. ogospodi se nadb Zetomb 

Ivant begb Cemojeviöb, Milakovi6 66, so ist dies nicht richtig. 

4* 



42 Miitiosich. [68] 

1466; 11. Kovember. Accepimus luanum Cernovich de- 
clarasse cupere in devotionem et gratiam nostri dominii redire* 
Respondemus, quod, quanquam a luano multipliciter lacessiti 
simus, tarnen sumus content! illi parcere et in nostri dominii 
gratiam assumere, ipso integre restituente villas omnes et que- 
libet alia loca nostra, que ante rebellionem suam tenebamus, 
ab eo usurpata et iniuste occupata. Quibus conditionibus si ipse 
luanus assentie'tur, sumus contenti, cum eo concludatis modis et 
conditionibus, quibus magnificus quondam Stefan iza, pater suus, 
nobiscum erat. Glasnik 15. 161. 

1473, 24. Februar. Ivan gerieth mit den Venetianern in 
Streit, söhnte sich jedoch mit ihnen aus und ward mit seinen 
Söhnen und Erben unter die Zahl der Nobiles majoris consilii 
aufgenommen: Cum magnificus et potens dominus luanus Cer- 
noevich, dominus in partibus Xente superioris ac voyuoda noster, 
semper fuerit et sit amicus nostri dominii, notum fieri volumus 
unicuique, quod prefatum dominum luannum Cernoevich cum 
eins filiis et heredibus legitime ab eo descendentibus ad nume- 
rum et de numero Nobilium nostri maioris consilii recepimus 
atque recipimus. Glasnik 15. 171. Original in Venedig, eine 
Copie davon in Cetinje. Milakovi6 67. 

1474, 1. März. Ivan und die Venetianer verbünden sich 
gegen die Türken: Significari fecit nostro dominio magnificus 
luanus Cernoevich, capitaneus noster Xente, Turchum reedifi- 
cari statuisse Podgoriza, locum in medio Xente situm, in eoque 
domos V. mille Turchorum ponere; item quemdam alium locum 
intra civitates nostras Scutarum et Drivastum nomine Baleö. 
Die eroberten Gebiete von Zeta sollen von Ivan verwaltet werden 
cum tributo ducatorum VII. centum quotannis nostro dominio 
solvendorum, prout Turcho solvebat. Glasnik 15. 173. 

1474, 13. Juni. Ivan (dominus loannes Cernoy) erhält von 
den Venetiamern Geschenke pro salute civitatis Catari et suc- 
cursu Scutari. Glasnik 15. 176. 

1478. Drivasto et Alessio tolse Zuan Zernovich, albanese, 
per nome di 1 Turcho, erano nostri. Sanudo 4. 325. Eine räthsel- 
hafte Notiz. 

1480, 10. Juli. In dem von Mohammed II. mit den Vene- 
tianern geschlossenen Frieden wird von dem Sultan erklärt: 
A*^' ev X^p^il Tou T^ipvoßixr^ y.sY.pdvTi'^zai^ tou öeta euSoxia aüTOV p(*)lAYj y.pa- 



TG 91 Die serbischen Dynasten Crnojevic. 43 

Tat« xaÖ£X6vT;o(; sicjtv. eav ouv to naoTpoßtx.tv x.at tq Zowa tou Tl^ipvo- 
ßtXT) fXTj ou(jat, iJLaXXov 5s ttji; XafXTCpoTaTrji; aüöevreta«; tö)v BevsTt^wv, xat 
[X6Ta To xpaTTjÖtiva; tov Tl^ipvoßiXYjv 6 exeivou toIj totcou caTpiTcr)? sXsy]- 
XaTiQaev, aüTO;; {asv xatSeuÖKJasxat, xat tq CT;jJLia aTüo<JTpa<p'i(5a£Ta'., xat «UTa», 
li.£vouaiv el<; Taq iSiac; irepto/a«;, xa6{i)(; ^xpaTouvxo utco TYjg Xaii-icpoTa-niq 
aüÖevTcia<; t<ov BevsTtöv £V tw xaipw tou T^tpvoßixYj. Acta et Diplo- 
mata medii aevi ediderunt Fr. Miklosich et los. Müller 3. 303. 

1481, April. Der Sultan erklärt: Ilepl {xev toü naorpoßtxioü 
vm Zo'JTZixq o^Twq 6fxapTjpY)o-av ol 5vTe(; exsT eTutaTTQixovei; avöpto'jroi, oxt 
Ol elpYjjJLSvci TOiro: 6§ apx>3? ^5^«^ xüpou Iwivvou tou TIJspvoßtxY), xat kost' 
auTYiv TTjv [jiapTupiav ^v Sixaiov^ tva ouxoq o totcoc; i^iASTSpoi; y}, aXX' STCSt 
icXtjöoc; dv6pü)icwv a(p' ujjlwv twv Bsvstiöv eXösvie«; sfxapTuprjaav , 5ti e^ 
apX^? ^ffav TÖv BeveTtwv, d^tix; §£ ave^sps Tupb? tyjv ßoKJiXsiov [/.ou xat 
6 eipY;[ji£V0(; xKrtog SouXo«; t^<; ßajtX£ta<; (xou (Stvflcvx£i(;. Synam vay- 
voda di Monte Negro). xat oti auvE^E^ elai toi«; x^P<3£t<; twv B£V£- 
Ttcov, 5ia TOUTO xal Sta xccOapav aYaTnrjv xat ^iXtav T^fxaiv aTzefif^aio tq ßaart- 
X£ia |i.oü, iva wji TcaXiv t^c; au6£VT£ia(; iwv BfivsTtoiy ßsßaio);, afAETorpfixco)? 
av£u Xoyou v.^oq, 3. 306. 

1481, 15. Juni. Ragusa. Hogi passano per de qui Ivan 
Cernoevich e Lech Ducaino. V. MakusevL, Istorijski spome- 
nici 105. 106. 

1484. Vb dni gospodara Ivana voevode Crbnojevikja, togda 
sbdrbzeätu prestolb mitropolije Cetinskije, jakoie jestb mitropolija 
zecka, preosveätennomu mitropolitu kurt Visarionu i sveätennei- 
§emu episkopu kurb Vavile. Vb leto . su,he . (6992). Glasnik 
53. 232. 

1485, 4. Jänner. R^ka. Ivanb Crnojevi6b, gospodarb zetski, 
wurde von Muhammed II. aus seinem Vaterlande vertrieben. 
Derselbe gründet, nach Montenegro zurückgekehrt, in Cetinje 
ein Kloster und eine Kirche : vb slavu i vb hvalu toe gospozde 
matere bo:2ie vb ime roidbstva eje. Monumenta serbica 530. 
Ivan's Name ist in Montenegro nicht vergessen : Starevina Ivan- 
begovina. Vuk 29. 55. 

1493. Nach P. J. ÖafaHk, Wiener Jahrbücher 1829, An- 
zeigeblatt 3, sind in Cetinje gedruckt worden Oktoich, erste 
Hälfte 1493—1494 ; zweite Hälfte 1494 ; Psalter 1495. Oktoihb 
otb detvrbtago glasa. Monumenta serbica 538. 

Ich füge hier noch einige, Ivan betreffende Notizen aus 
Bolizza hinzu. 



44 Miklosich. [70] 

(Montenegro) fa dominato dalF illustrissimo signor Conte 
Giovanni Cernovichio, che ressedeva in Zabiach 168. 

L' illustrissimo signor Conte Giovanni Cernovichio fabricö 
(a Zetigne) un picciol si ma bellissimo monasterio de monaci 
calogieri de S. Basilio di rito serviano, nel quäl vi ressiede 
un vescovo con 25 calogieri et 40 altri tra chierici e con- 
versi 169. 

Quivi (a Medun) prima che il Turco s' habbi impadronito 
di Podgorizza, delF Albania, di Monte Negro et questi paesi, 
mentre che V illustrissimo Conte Giovanni ressedeva in Zabiach 
et dominava, si ricoverono alquanti Turchi . . . Da qui comin- 
ciorono li danni del Cernovichio et la perdita del suo stato 182. 

1496, December. Vene in questa terra a d\ . . . decembrio 
Zorzi Zemovich, signor di alcuni lochi e montagne vicine a 
Cataro in Schiavonia overo a quelli confini, per esser sta pri- 
vato da 1 fratello di la signoria col favor di 1 Turcho, come ho 
Scripte di sora, videlicet Stefano che regna a Montenegro, et 
Schanderbegh, terzo fratello sta in paexe d il Turcho. Vene in 
questa terra con la moglie, nostra zenthildona, fo fiola di Antonio 
Erizo ... Et la moglie con gran zoje, vestita d' oro ecc. Et 
etiam lui ch fe un belissimo homo et grande, vestito d' oro a 
la grecha, andoe a la signoria piii volte, a 1 quäl fo parlato 
di darli soldo, et fu preso di remandar Interim Alvixe Sagudino 
al Signor Turcho per veder, che dicto Zorzi Zemovich potesse 
ritornar nel stato, et etiam ivi dovesse star per quelo che biso- 
gnava. Sanudo 1. 402. Die einigermassen dunkle Stelle lautet 
deutsch: Weil er (Georg) von seinem Bruder Stefan, der in 
Montenegro regiert, und von Skender Beg, dem dritten Bruder, 
der im Lande des Türken lebt, unter der Begünstigung des 
Türken der Herrschaft beraubt wurde. 

1496, December. Lettere da Cataro di Piero Lion prove- 
ditor, de 27, di 1 zonzer di Stefano Zemoich da Constantinopoli, 
quäle poi zonto fece intender a Zorzi Zernoich, suo fradello, 
per nome di 1 Signor, che andasse a la porta over in tre di levasse 
di 1 paese. Quäle Zorzi, intendendo la trama, se havea imbar- 
chato a Budua con la dona sua, fo fia di domino Antonio Erizo, 
zentilhomo nostro, e robe sue, et tegniva la volta di qui. Et in 
questo modo el ditto suo fradello li tolse la signoria . . . Fo deli- 
berk di mandar Alvixe Sagudino a Scutari al sanzacho per ditta 



[71] Die serbischen Dynasten Crnojevid. 45 

causa et per meter i confini a Antivari, con presenti per du- 
cati 260, acciö ditto Stefano non faci garbujo, come feva con 
esso Zorzi. Sanudo 1. 421. 

Baiazete occupö ancora lo stato del signor Giorgio Cer- 
nouichio il quäle signoreggiava i confini di Cataro, e lo cacciö 
fdori. II quäl havendo una gentildonna vinitiana per moglie, 
se ne fuggi con esso lui e co' figliuoli, ch' ella fatta gli auea 
a Vinegia. Costui gran tempo si stette quiui, depo per hauere 
sparlato contro il senato vinitiano fu messo in prigione, ma egli 
si fuggi fuori della prigione, e se n' andö in Francia e quindi 
a Roma. Ma poi ch' egli uide, che non trouaua ricapito, quasi 
che disperato, se n' andö a Bajazete, e rinegö la fede di Christo, 
e si fece Turco. I Commentari di Theodore Spandugino. Fio- 
renza 1551. 73. 

1497, Jänner. A di 28 el conte Zorzi Zernovich . . . di- 
mandoe stipendio . . . . Et di provisione li fo dato per la sua 
persona ducati 40 a 1 mexe, entendando 10 page a 1 anno, et do- 
vesse haver le stantie a Ravena. Sanudo 1. 485. 

1498, Juni. Vene in questa terra el conte Zorzi Zerno- 
victo, steva a Ravena, per alcune cose di la sua conduta. Fue 
a la Signoria, et poi ritomoe a Ravena a le stantie a lui depu- 
tate. Sanudo 1. 1000. 

1498, Juli. A di primo luio di domenega , hessendo in 
questa terra el Conte Zorzi Zernovich con molti di la sua com- 
pagnia, et havendo usato a Ravena parole bestial, etiam non 
hessendo im piacer al Signor Turcho, che questui da la Signoria 
nostra, che era suo schiavo e rebello, fusse tanto honorato e 
dataU conduta over per altra causa che fu secreta^ fue per li 
capitani nostri ritenuto et posto in la prexon. Sanudo 1. 1006. 

1498, August. El conte Zorzi Zernovich scampoe di Tore- 
sele, dove havea do guardani, li quali lui li ligoe con le man 
et testiculi da driedo. Sanudo 1. 1036. 

1498, 8 November. II sanzacho di Scutari Ferisbei fe homo 
da bene, ma quelle subaslach governador di stato fo di Zerno- 
vich fe cativo. Sanudo 2. 104. 

1498, November. Zorzi ' Zernovich demandoe licentia di 
poter andar dal signor Costantin Arniti over Comino suo barba 
a Monferk, zo fe fratello di la madre sua, et li fo data .... El 
quäl andoe, ma pocho stete, che iterum qui tornoe. Sanudo 2. 126. 



46 Miklosich. [72] 

1498, November. Era venuto a Cataro il subslacho che 
governa Montenegro, che fo di 1 Zernovich. Sanudo 2. 136. 

1498, November. Advisono soa majestk (den König von 
Frankreich) la relaxation di 1 conte Zorzi Zernovich. Sa- 
nudo 2. 151. 

1499, Jänner. Ferisbei abuto il governo di 1 paese, tenia 
Zernovich in Albania. Sanudo 2. 372. 

1499, März. 11 governo di Montenegro azonto al sanzachato 
di Scutari. Sanudo 2. 504. 

1499, Juli. Esser venuto il fratello di 1 conte Zorzi Zerno- 
vich li intomo (Cataro), soto specie di far conzar uno suo bagno. 
Sanudo 2. 871. 

1499, Juli. Di 1 conte Zorzi Zernovich, quäl fe in questa 
terra, fo leto una lettera, si offerisce andar a Cataro, metter fuogo 
e fiama su quel di 1 Turcho, per haver gran seguito su la Mon- 
tagna Negra. Sanudo 2. 876. 

1499, Juli. Avisa, saria bon mandar a Cataro el Conte Zorzi 
Zernovich, perchfe otegneria la Montagna Negra, e che fusse 
presto. Sanudo 2. 900. 

1499, September. A di 9 in colegio vene il conte Zorzi Zer- 
novich, pregando la Signoria, lo provedesse, che potesse viver, 
et il principe li disse : Conte Zorzi, stevi ben, ti se andk zer- 
chando mal. Sanudo 2. 1259. 

1499, 22. October. Mailand. Georg Crnojevi6 macht sein 
Testament. Die italienische Übersetzung des serbischen Origi- 
nals ist abgedruckt in Arkiv za jugoslavensku povjestnicu 2. 1. 45. 

1499, October. Nel mexe di octubrio acadete, che Zupani 
e queli di Montenegro si deteno a la Signoria nostra, e Ihoro 
desideravano uno Proveditor et il conte Zorzi Zernovich, tamen 
poi vene alcuni Turchi, adeo non fo niente. Sanudo 3. 49. 

1500, Februar. Da Budoa si have aviso, come el conte Zorzi 
Zernovich era passato, vestito a modo frate, et scampato al 
Turcho. Sanudo 3. 118. 

1500, Februar. El conte Zorzi Zernovich da Casal, locho 
di Monferk dove era, passö in Ancona, vestito da frate, e su 
navilio passo tra Budoa e Cataro,' e smontoe a Trasto andö a la 
Montagna Negra, fo sua, fo ben visto, scrisse a la Signoria, era 
li et deinde andö da 1 Turcho e fu ben visto, e cussi va per 
non haverli voluto dar modo di provision. Sanudo 3. 134. 



^73J Dio serbischeu Dynasten CrnojeYic. 47 

1500, März. Di Albania. Se intese el conte Zorzi Zemo- 
vichi esser partito et andato da 1 Turcho, da 1 quäl e stk ben 
carezato. Sanudo 3. 166. 

1500, April. Di Antivari. Chome a Scutari era stk rete- 
nuto el conte Zernovich et custodido et scrito a la Porta. 
Da Budua. Chome el Zernovich era stk mandato a la Porta. 
Sanudo 3. 189. 

1500, Mai. D conte Zorzi Zernovich a di 17. Marzo zonze 
a la Porta, fo honorato dal Signor, e lui dimandö il suo stato, 
il Signor li disse: mena to moier e fioli qui prima, e li ha dk 
un stado in la Natalia de intrk di aspri 25 milia. Sanudo 3. 335. 

1500, Juni. II conte Zorzi Zernovich era andato versso 
Rodi. Sanudo 3. 413. 

1502, December. Fo expedito la moier di 1 conte Zorzi 
Zernovich, da cha Erizo, commessa a 1 hordine nostro et datoli 
pro nunc ducati 24. Sanudo 4. 494. 

1503, März. Come licet per Turchi fosse leva le oflFese, 
tamem queli di Montenero con li Turchi vi he dannizava 
Buduani e Pastrovichi cignando voler taiar le vide, unde lui 
Provedidor per saper Turchi vol esser honorati scrisse a Feris 
Bej, Sanzacho di Scutari, e a 1 suo vayvoda di Montenero de- 
chiarandoli il levar di le ofese . . . E poi Feris Bey fe coman- 
damento a dito vayvoda, scodesse certo carazo overo tributo 
e si lievi di Montenero. Valentinelli 238. 

1503, 26. November. Vene la moier di 1 Cernovich, fo fia 
di 1 quondam S. Antonio Erizo dimandando o li fusse provisto 
da viver o li fusse da licentia di andar a star a Budua, dove 
suo marito a certa intrada, el quäl e hora in Natalia con Pro- 
vision di 1 Turcho. Valentinelli 253. 

1514, Juli. Vene in colegio uno nontio di 1 Sanzacho di 
Montenegro, chiamato . . . Zernovich, fo fradello di quello, quäl 
ave una Eriza per moglie, ed e morto : hora el Signor a risti- 
tuido el Stado a questo, et e venuto Sanzacho di li vicino a 
Cataro, et a presentato una letera di 1 dito a la Signoria, come 
voleva ben convicinar insieme, e mandava a donar a la Signoria 
una Costa di S. Stefano, ligata in arzento, con letere greche 
atomo, et prega la Signoria voi consejar il suo nontio, manda 
di qui a comprar panni di seda, et la dita letera fo letta ozi 
in Pregadi. Valentinelli 418. 



48 Miklosich. [74] 

1614, August. Fo lecto una letera del Zemovich, scrive 
a la Signoria^ data in Montenegro, e si sotoscrive Sanzacho di 
Negroponte (sie), come lui fa li un oficio col Signore a 1 hono- 
rata Porta in far liberar quelle anime e prese de oristiani nostri 
subditi, e cussi doveria far etiam la Signoria nostra, perche a 
pei* inteso, non si fa eussi e serive zercha le saline di Cataro. 
Valentinelli 419. 

1514, August. Fu posto per li savi una letera al Sanzacho 
di Montenegro Zernovich, che mando a donar la costa di San 
Stefano a la Signoria nostra, come lo ringratiaremo, et havendo 
inteso soa Signoria, vol le saline nostre di Cataro, dirle ch e deli 
nostri subditi Catarini. Valentinelli 419. 

1514, August. Vene il nontio dil Zernovich Sanzacho di 
Montegro, e il principe li tocho la man, e li fo dato la letera 
in risposta, e poi li ducati 100 e li panni di seda se li dona. 
Valentinelli 419. 

1523, Marzo. Si intese eri (3) sera, come venendo in Histria 
qui a Venezia uno ambasador di Sanzacho di Montenegro a la 
Signoria montato a Humago in una barca, el patron lo condusse 
a Maran, et li fo facto prezom, portava a donar a la Signoria 
due cani, et havia una barca piena di scoranze. Valentinelli, 
Arkiv 8. 166. 

1523, 14. Juni. Vene uno nontio di 1 Sanzacho di Monte 
Negro, et sentato apresso il principe a presentato una letera di 1 
Buo signor, quäl fo mandata a translatar, el quäl scrive pregando 
la Signoria fazi ogni provision, ch el suo nontio, che 1 anno pas- 
sato mandandolo a la Signoria, fo preso da Maranesi, et ch el 
navilio era da Budua Venetian, su quäl era. Item scrive un 
altra letera al Doxe Andrea Griti, e non sa, sia fato Doze, 
dandoK molti titoli, e che 1 e degno di sentar in sedia. Valen- 
tinelli, Arkiv 8. 164. Die hier erwähnte Begebenheit wird in III 
ausführUch erzählt. 

1526, 19. März. Vene quel nontio di 1 Sanzacho di Monte 
Negro, che sta vestito di raso, et volritornar a caxa da 1 suo 
Signor, e tolse Ucentia di tornar, quäl e venuto con una barcha 
di sarache e scoranze per venderle et con una letera del San- 
zacho di voler bene convicinar assieme. Valentinelli, Arkiv 8. 232. 

1526, 13. April. Da poi disnar fo conseio di X con la 
zonta, et fu preso una gratia, che a S. Constantin Zernovich 



[751 I^io serbischen Dynasten CrnojeTiö. 49 

fo di S. Zorzi nato in questa terra di una da cha ErizOi alla 
quäl per il buo viver li fo dato la podestaria di Torrenova. Et 
e nepote di 1 Sanzacho di Montenegro vicino a Cataro, il quäl 
per sue letere or a instato colla Signoria nostra, ditto suo fiol 
li sia ricomandato, per tanto sia preso^ che a 1 ditto S. Costantin^ 
quäl si a maridato in una fia fo di S. Zuan Contarini qm. S. 
Priamo^ habbi in vita sua ducati 100 a 1 anno di la tansa di la 
canzelaria di Piove di Sacho^ ut imparte netti di tansa. Valen- 
tineUi, Arkiv 8. 233. 

Aus den hier zusammengestellten Nachrichten ergibt sich, 
dass der Stammbaum der Familie Crnojevid bis in die zweite 
Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückgeßihrt werden kann; wir 
begegnen hier dem Radio und Stefan Cmojeyi6 mit ihren 
Brüdern: sie werden barones de partibus Zentae genannt und 
befinden sich im Besitze von Alessio, das sie 1393 den Vene- 
tianem tiberlassen. In der obern Zeta einheimisch, dehnten 
sie ihre Herrschaft nach Stiden, namentlich über das Gebiet 
der Juraäevi6 aus. Radio filUt in einer Schlacht 1396. Nach 
diesem Jahre taucht in den Quellen erst 1439 wieder ein Crno- 
jevi6, comes, vajvoda Stephanus, Stefaniza auf; derselbe wird 
1443 bei Zinkeisen 1. 774 und mit seinen zwei Söhnen Johann 
(Ivan) und Georg 777 erwähnt. Milakovid 65. 66. Stefan wird 
^schhch mit Maramonte identificirt. Milakovi6 43. 48. 

Ivan, der berühmteste unter den Cmojevi6, Bundesgenosse 
der Venetianer gegen die Türken, dessen Name heute noch beim 
Volke fortlebt, hatte nach Sanudo drei Söhne: Georg, Stefan 
und einen dritten, dessen Taufname urkundlich nicht vorkommt: 
dieser, in den hier veröflfentUchten Briefen Skender Beg ge- 
nannt, wurde Muhammedaner. Ausserdem wird in diesen Briefen 
eine Tochter Antonia und deren Gemahl Hieronymus erwähnt. 
Ein Volkslied, Vuk 2. 520, erzählt, eine Bruderstochter Ivan's 
habe den Fürsten der Walachei Radul Beg geheirathet. Die 
Historiker von Montenegro wissen nur von zwei Söhnen Ivan's, 
Georg und Stefan, bei dem Volke Staniäa geheissen: dieser 
sei Muhammedaner geworden und habe den Namen Skender 
erhalten. Milakovi6 74 erzählt, dass die Namen der Söhne 
Ivans', Georg und Stefan, in den dem Ivan zugeschriebenen, 
mir dem Wortlaut nach unbekannten Chrjsobullen des Klosters 



50 Miklosich. [76] 

in Cetinje zuletzt 1495 vorkommen: der dritte Sohn wird in 
diesen Kiosternrkunden vielleicht deshalb nicht genannt, dass 
er schon zur Zeit der Abfassung derselben vom Christenthum 
abgefallen oder in Moraöathal geblieben war und mit den Türken 
gemeinschaftliche Sache gemacht hatte. Nach Sanudo vertreiben 
Stefan und Skender ihren Bruder Georg 1496 (unrichtig ist 
die Angabe 1499 und 1516) mit Hilfe der Türken. Nach dem- 
selben Sanudo regiert Stefan von 1496 an in dem Bergland, 
heutzutage Montenegro: regna a Montenegro, vicino a Cataro. 
Montenegro war wahrscheinlich vor der Eroberung der Zeta 
durch die Türken unbewohnt: man erzählt, in der Katunska 
nahija seien nur katuni (Sennereien) gewesen. Vuk, Montenegro 
5. Demnach darf man vermuthen, die heutigen Montenegriner 
seien Nachkommen von üskoken (Eingesprungene, aslov. vi»- 
skoki., nicht Entsprungene, aslov. uskoki.), Flüchtlingen, die in 
den schwer zugänglichen Felsenbergen Schutz vor den Türken 
gesucht 55. In dem Lande, das heutzutage Zeta heisst, 
herrscht Skender Beg als Statthalter, Sandzak, des Sultans. 
Stefan sowohl als Skender Beg sind Unterthanen der Türken. 
Der älteste Sohn Georg lebt in der Verbannung. Ist die hier 
gegebene Darstellung richtig, dann ist in Notizen, wie in der 
vom Jahre 1514, unter dem Sanzacho di Montenegro nicht 
Skender Beg gemeint, sondern dessen älterer Bruder Stefan. 
Sicher ist auf alle Fälle, dass Georg seine Heimat 1496 ver- 
Uess: wann jedoch das erst in unseren Tagen beseitigte bischöf- 
liche Regiment in Montenegro seinen Anfang genommen^, ist auch 
dann ungewiss, wenn man Stefan nicht zur Herrschaft gelangen 
lässt, denn wenn es bei Milakovi6 77 heisst, Georg übergab 
die weltliche Macht und sein Wappen dem Metropoliten, 
so hat man daflir nur das Wort des Bischofs Peter I. aus dem 
18. Jahrhundert; es ist vielmehr anzunehmen, dass klugen und 
kraftvollen Bischöfen die weltliche Herrschaft zu Theil geworden 
ist, ein, wie es scheint , in der griechischen Kirche einzig da- 



^ Cosi la signoria, che comminciö in Stefano primo nel 1423, fini in questo 
Stefano, che fu quarto di nome, ma settimo in ordine dei signori dl 
Zernagora, V anno 1516. Luccari. Öernoevißi vladeli do 1516, ott togo 
ze löta vlad^jutt mitropoliti. Vasilij Petrovict 17. ' Vasilij verdankt 
die Jahreszahl 1516 wahrscheinlich dem Luccari. Stefan, nach Sa- 
nudo Ivan^s zweiter Sohn, mag bis 1516 in Montenegro regiert haben. 



\lT\ I^ie serbischen Dynasten Crnojevic. Ol 

stehender Fall, wo die bischöfliche Würde nur Mönchen zu- 
gänglich ist. Aus den hier bekannt gemachten Briefen ergibt 
sich, dass Skender Beg in der That des Sultans Statthalter, 
Sandiak, war, während Milakovi6 75 berichtet, Skender Beg 
sei sowohl von den Bewohnern Montenegro's als auch von denen 
von Skutari zurückgewiesen worden, habe sich darauf in dem 
albanischen Dorfe Busat niedergelassen, sei der Stammvater 
der mächtigen Bu§atly geworden, was jedoch nicht bewiesen 
werden könne: die BuSatly selbst fuhren ihren Stammbaum 
auf die Mmjavöevi6, die Erbauer von Skadar, Skutari, zurück. 
Vuk 2. 115. 567. 

Auf der Herrschaft Skender's beruht vielleicht der Name 
Skenderija, mit dem man das Gebiet von Skutari, alb. Skodra, 
Scodra bei Livius, türk. Iskenderije, bezeichnet, daher der, nach 
ViaDa's irrthtimlicher Ansicht usurpirte Titel: Mitropolitb epar- 
hie skenderijske i primorske. Milakovid 139. Glasnik 63. 236. 
267. Nach der in einem Volksliede erhaltenen Überlieferung 
des serbischen Volkes war Skender's Taufname Maksim. Vuk 
2.524.565; Milakovi6 75 erzählt jedoch, er habe als Christ 
Stefan geheissen, während ihn das Volk Stanisa genannt habe; 
bei Du Gange, Familiae byzantinae 347, endlich ist sein Name 
Petrus. Ivan's ältester Sohn, Georg, floh 1496 nach Venedig. 
In Ravenna internirt^ kehrte Georg nach Venedig zurück und 
ward verhaftet, entfloh im August 1498 aus seinem Kerker 
Toresele als frate di san Zanepolo (Giovanni e Paolo), wurde 
zurückgebracht, auf Verlangen des Königs von Frankreich 
und des Gesandten von Monferrato jedoch in Freiheit gesetzt. 
Im November 1498 begab sich Georg nach Monferrato zu 
seinem Oheim, dem Bruder seiner Mutter, Constantino Arniti 
oder Comino, kehrte jedoch bald nach Venedig zurück. Es 
litt ihn daselbst nicht lange, und im Juli 1499 erbot er 
sich nach Cattaro zu gehen und die Türken anzugreifen per 
haver gran seguito su la Montagna Negra. Am 22. October 1499 
finden wir Georg in Mailand, wo er, am Vorabende gefährlicher 
Unternehmungen, sein Testament macht. Wenige Monate später, 
nämlich im Februar 1500, entflieht Georg, wieder als Mönch 
verkleidet, von Casale in Monferrato nach Ancona, landet zu 
Trasto zwischen Budua und Cattaro, geht nach Montenegro, 
flüchtet dann, wahrscheinlich verzweifelnd an der Möglichkeit 



52 Miklosich. [78] 

das Land wieder an sich zu bringen, zu den Türken, von 
denen er freundlich behandelt wird. In Skutari angehalten, 
ward er auf Befehl des Sultans nach Constantinopel gebracht. 
Vom Sultan ehrenvoll aufgenommen, erhielt er, als er in den 
Besitz seines Landes gesetzt zu werden wünschte, die Antwort, 
er möchte seine Frau und seine Kinder kommen lassen. Der 
Sultan gab ihm in Anatolien Ländereien mit einem Jahres- 
vertrage von 25.000 Aspem. Dass er Muhammedaner geworden 
sei, erzählt der sonst so umständliche Sanudo nicht, wohl aber 
findet sich diese Nachricht bei Spandugino und in dem Campi- 
doglio veneto.^ Die Frau blieb mit ihren Kindern in Venedig: 
dies geht nicht nur aus Sanudo hervor, der erzählt, dass sie am 
26. November 1503 bat, man möchte ihr entweder einen Jahres- 
gehalt festsetzen oder ihr gestatten nach Budua zu gehen, wo 
ihr Gemahl noch ein Einkommen (certa intrada) habe ; es ergibt 
sich dies auch aus den hier mitgetheilten Briefen. 

Nach dem Testamente hatte Georg mehrere Töchter und 
zwei Söhne: Lodovico Constantino und Salomon: jener sollte 
von seinem Oheim Constantino Amiti zum Könige von Frankreich, 
dieser zu Skender Beg geschickt werden. Nach dem Campi- 
doglio jedoch hatte Georg drei Söhne: Salomon, Elias und 
Ludwig Constantin : dieser heiratete Maria, Tochter von GKam- 
mateo Contarini. Constantin's Sohn hiess Ivan, sein Enkel 
Victor, der zwei Kinder, Ivan und Faustina hatte. Mit diesem 
Ivan, der bei Nani 1636 erwähnt wird, erlischt der Mannsstamm 
der Cmojevi6. Sicher sind von diesen Nachrichten nur die in 
Georg's Testament enthaltenen. 

Peter Cernovicchio , der sich Herzog von Zabiaco (Zab- 
Ijak), Zadrina, Egina e altri luoghi nennt und 1578 zu Padua 
den Tiberio Deciano, ivi publico lettore, zum Cavaliere die 
San Giorgio della milizia constantinopolitana macht, wird sonst 
nirgends erwähnt. Stieglitz XIX. XXI. XXTI. XXHI. Mila- 
kovi6 79. 



* Giorgio fnggi in Francia e poi a Roma, ma non trovando ricapito, 
disperato passö a Constantinopoli e si fece Turco. Stieglitz XXII. 



r79] Die serbischen Dynasten Crnojeviö. 53 

V. 
Znr inneren Geschichte ron Montenegro. 

Montenegro wird nach einer weitverbreiteten Meinung theo- 
kratisch regiert: diese Regierungsform sei eingeführt worden, 
als Georg Crnojevi6, das Land verlassend, die Herrschergewalt 
dem Metropoliten, den die einen German, die andern Vavila 
nennen, feierlich übergab.^ Dagegen ist zu bemerken, dass 
die Quellen von einer Übergabe der Regierung an den Metro- 
politen nichts wissen; dass femer die blosse Vereinigung der 
geistlichen und der weltlichen Gewalt in äner Person die theo- 
kratische Regierungsform nicht begründet; dass endlich diese 
Vereinigung nicht so alt ist, wie man meint, dass sie sich viel- 
mehr im Laufe der Zeit vollzog und im Jahre 1833 defi- 
nitiv wurde : sie nahm ein Ende im Jahre 1852, als Danilo auf 
seine geistliche Würde verzichtete und von Österreich und Russ- 
land als Fürst anerkannt wurde. Unmittelbar nach Georges 
Flucht trat an dessen Stelle der Guvernadur, it. govematore, 
dessen Gewalt mit derjenigen zusammenfiel, welche die Cmo- 
jevi6 ausgeübt hatten, eine Gewalt, die, auf die Führung im 
Kriege beschränkt, im Frieden kaum Gelegenheit hatte sich 
zu äussern. Ein genauer Kenner des Landes sagt von Monte- 
negro, wie es vor einem halben Jahrhundert war, es sei dies 
in Europa das einzige Land ohne alle Regierung. Vuk St. 
Karad2i6 30: Niemand gehorche, Niemand zahle Steuer; ge- 
schriebene Gesetze und das Eingreifen von Obrigkeiten werde 
durch die strenge, keine Ausnahme duldende, jede Willkür aus- 
schliessende Sitte, v6|jLot ä-^pa^oiy ersetzt ; der Mord wurde durch 
die Blutrache hintangehalten, die die Sitte nicht nur zur Pflicht 
machte, sondern auch beschränkte. Einen Mord zu bestrafen 
hielt Vladimir von Russland (980—1015) für eine Sünde : rdäa 



* In einer von Radonjid, der sich Gourerneur nennt , . für den Kaiser von 
Russland bestimmten Schrift aus dem Jahre 1804 heisst es: ,Apr^s les 
^venements connus de tout le monde et apres la mort du dernier voi- 
vode Gjorgje Crnojevid le peuple du Mont^n^gro est rest^ sous le r^gne 
d^un mdtropolite. Le voi'yode nomm6 le laissa k lui et k ses successeurs, 
puis aux gouverneurs et aux autres chefs descendant des familles les 
plus anciennes et les plus nobles. J. Vaclik 113. 



54 Miklosich. [80] 

episkupi Vladiraßru: po öbto ne kazniSi razbojnik'B ? om. 2e 
reße imrb : boju sja greha. Nestor XLV. Dass zu Anfang des 
17. Jahrhunderts die weltliche Gewalt neben der geistlichen 
bestand, erhellt aus Bolizza 1614: Gliubottin commandata da 
Vuco Raiceu, che fe capo di tutto Monte Negro, intitolato 
spach\, perchfe ha ottenuto in dominio dalla corte in Constan- 
tinopoli alcuni subditi della sua villa; daneben (II vescovo) come 
metropolito dommanda a tutti gli habitanti di Montenegro nel 
Spiritual e, riconoscendo solamente il reverendissimo patriarca 
di Pech per superiore. Damit steht in Übereinstimmung eine 
Notiz, nach welcher vom Jahre 1358 bis 1516 die Crnojevi6, 
von da an die Baue (das eigentlich kroatische ban steht für 
guvernadur) der nahija Katunska aus verschiedenen Familien 
regierten. Die dem Wesen nach aus dem Anfange des 18. Jahr- 
hunderts stammende Notiz lautet: Vladajutte familie u Cemoj 
Gori: famela Cernoeviöa ott 1358 poöe vladatt do 1516; a kadi> 
se ta ugasi, onda ove famel^ vladaäe, banovi ot'B nahie katunske: 
1. famela Vukoti6a i (ot^) toga roda na mnogo imenah-L pro- 
zvano; 2. famela Punoäevi6a, i o(tT>) toga roda na mnogo ime- 
nah'B prozvano ; 3. Radoni6a famela, i o(tT>) toga roda na mnogo 
imena prozvano; 4. Tomanovi6i, na mnogo prezimena prozvani; 
5. famela Mili6a, na mnogo prezimena prozvani ; 6. Martinovi6i, 
na mnogo prezimena prozvani; 7. famela Petrovi6a, ioH toga, 
roda mnoge su prozvanne ; 8. famela Romadanovi6a, i ot'B toga 
roda mnoge su prozvanne; 9. Mijuäkovida famela, i ott toga 
roda mnoge su pozvanne. I ove vladase i voevaäe protiva svo- 
ieht neprijatelja, i svoe oteöestvo dobro braniäe oti. sile turske. 
Ime reöeniehnb famela vladaäe ot'B 1516 do 1711, dokle posla 
Petar-B velikij gramatu, i tada b^äe Mitropolit'B Danili. S6epöe- 
vi^B, i tada se prozva velija vlastB na kaludBere. Ovde i uzrok-B 
toga izla^e taj, §to su edni kaludBcri pisati znali i sto je trebalo 
sa drugimt dvorovima u pismennomi» sojuzu byti. Serbskij 
l^topisTb za godinu 1842. IV. 156. Darnach sind auf die Crno- 
jevi6 1516 die Baue der nahija Katunska aus verschiedenen 
Familien gefolgt. Nach anderen Nachrichten war die Würde 
des Guvernadur ursprünglich in dem Stamm der Vukoti6, später 
in dem der Radonji6 erblich. Im Jahre 1694 ist der Bischof 
, Seelenhirt und Oberhaupt' : Daemo na znane, a navla§tito za 
pokojnoga vladiku Visariona cetinBskoga, kako umrie. I po tomb 



[Sil Die serbischen Dynasten Crnojeviö. ^5 

izbbrasmo za naSega pastira dudeynago i starieäinu na miesto 
prbvie(hi>) pokojniehb yladiki>hi> ... a na ime vladigu Savatia.^ 
Starine X, Seite 25. Vasilie Petrovi6 (1750—1766) , ^orientalis 
ecclesiae graeci ritus metropolita von Montenegro und eines 
Theils von Albanien, dann des Patriarchalstnhles von Ipeck 
vicarius^ erzählt in einem Gesuche, in dem er den Kaiser für 
Johann Cscmovics um die Erhebung in den Grafenstand bittet, 
dass den Metropoliten von Montenegro ,seit der Wegbegebung 
ihrer Fürsten nothgedrungen nebst der geistlichen bischöflichen 
Seelsorge auch das politicum zu handhaben obliegt^ Urkunde 
des k. k. Staatsarchivs. In jüngerer Zeit wurde dem Titel 
vladika, Bischof, die Bezeichnung, upravitelj, Regent, hinzugefligt. 
Den schwankenden Zustand hat schon Ranke erkannt und mit 
den Worten angedeutet: ,Die Montenegriner regieren sich selbst 
nach dem unvordenklichen Herkommen und den ererbten Sitten 
unter dem Ansehen bald ihres Vorstehers aus dem Geschlechte 
der Radowitsch (richtig Radonji6), bald des Wladika, ihres 
Bischofs, je nachdem Persönlichkeit oder Verdienst des einen 
oder des anderen überwiegt.' Seite 8. Die Unsicherheit in der 
Person des rechtmässigen Oberhauptes macht es erklärbar, dass 
ein Abenteurer, S6epan mali, Stefan der Kleine, der sich ftir 
Peter III. (f 1762) ausgab, 1767 zu grossem Einfluss gelangen 
und sich bis 1774 behaupten konnte. Nach der oben ange- 
führten Notiz ist die weltliche Gewalt 1711 auf die Mönche 
übergegangen : Anlass dazu habe das an den Metropoliten Danil 
gerichtete Schreiben Peter's des Grossen vom 3. März 1711, ab- 
gedruckt bei Milakovid Seite 109, geboten und der Umstand, 
dass nur die Mönche des Schreibens kundig waren und nur sie 
mit fremden Höfen in Verkehr treten konnten. Daneben bestand 
der zeitweilig einflussreiche Guvemadur, dessen Würde, wie ge- 
sagt, zuletzt in der Familie Radonji6 und dem Stamme NjeguSi 
erblich war: der letzte Guvemadur wurde 1833 des Landes 
verwiesen, weil er des Versuchs beschuldigt ward, nach dem 
Tode des Vladika Peter I. die geistliche und weltliche Gewalt 
in seiner Person zu vereinigen. Vuk Seite 32. Da Radonji6 
kein Mönch war, so darf vermuthet werden, dass er vielmehr 
darnach gestrebt habe, die Macht des Bischofs auf die geist- 
lichen Angelegenheiten zu beschränken und die Würde des 

Guvemadur zur massgebenden zu erheben. Wie in Monte- 

6 



56 Miklosich. [82] 

negro^ so hat auch in Japan das geistliche Oberhaupt, der 
Mikado, 1869 über das weltliche, den Taikun, den Sieg davon- 
getragen. 

Stieglitz, der Montenegro 1840 besuchte, erzählt, in der 
Familie der Radonitsch von Raicewitch sei seit dem Passaro- 
witzer Frieden 1718 die Wtlrde des weltlichen Gubernators 
erblich gewesen ; 1833 sei auf Befehl des damals einund- 
zwanzigjährigen Rade Tomov Petrovi6, als Vladika Peter 11., 
der beinahe sechzigjährige Gubernator Vuko Radonjid, der nach 
dem Tode Peters I. den von ihm bezeichneten Nachfolger an- 
zuerkennen sich beeilte, gefangen nach Cetinje geführt, nach 
einiger Zeit zwar freigelassen, schliesslich jedoch mit seiner 
zahlreichen Familie aus dem Lande gejagt, sein Haus nieder- 
gebrannt und sein übriges Besitzthum confiscirt worden; Ra- 
donji^ habe sich in Cattaro niedergelassen, wo nach seinem 
Tode seine Familie von der österreichischen Regierung einen 
Gnadengehalt bezog; ein jüngerer Bruder des Vuko, Jure, 
Djuzo, sei kurz vor Einleitung des Processes ermordet worden: 
dem Reisenden wurde bemerkt, dass, wenn dieser durch 
Tapferkeit ausgezeichnete Mann am Leben geblieben wäre, die 
Vertreibung der FamiHe Radonji6 bedeutende Schwierigkeiten 
gefunden hätte. Seite 50 — 55. 

Mit dem über die montenegrinische Revolution oben Ge- 
sagten vergleiche man die folgende Darstellung des russischen 
Reisenden Jeg. Kovalevskij : ,Die Regierungsgewalt hatte ihren 
Mittelpunkt in der Person des Mitregenten des Bischofs, der den 
Namen Gubernatur (Guvernadur) fühi-te. Diese Gewalt, mit der Re- 
gierung des Landes unvereinbar, schlich sich in unvordenklichen 
Zeiten mit Gewaltmitteln ein; der Bischof hatte in dem Guver- 
nadur selten einen Förderer seiner guten Absichten; häufiger 
handelte der weltliche Regent dem Willen des geistlichen und 
der Einheit der Regierung entgegen. Ursprünglich in der Fa- 
milie, rod'B, der Vukoti6 erblich, soll diese Würde durch Kauf 
an die Familie der Radonjid übergegangen sein, was nicht wahr- 
scheinlich ist, da zu einer solchen Veränderung die Zustimmung 
des Volkes nothwendig gewesen wäre. Die Veränderung be- 
ruhte wahrscheinlich auf Familienverbindungen. Die Radonji6 
verschworen sich gegen die Person und die Würde des Bischofs ; 
der Guvernadur, vor dem Senate der Verletzung der Rechte 



1 



[^833 ^^3 serbischen Dynasten CrnojeTiö. 57 

des Bischofs^ des Missbrauchs des Staatssiegels und des Landes- 
verrathes beschuldigt; wurde mit seiner ganzen Familie, semej- 
stvo, und den Mitverschworenen verbannt. Die Würde des 
Guvernadur ward aufgehoben/ Seite 15. Genaueres über diese 
Revolution scheint Kovalevskij durch mündliche Mittheilung 
Peters II. bekannt geworden zu sein und es ist zu bedauern, 
dass er seine Kenntniss über diese ^schwarze That^ nicht auf- 
gezeichnet hat. Frilley und Wlahovitj berichten darüber wie 
folgt: ,Le second övfenement que nous devons rappeler fut la 
mise en accusation et le bannissement du gouverneur Vouko 
Radonitj, qui, par des manoeuvres habiles auprfes de rAutriche, 
tentait, en substituant dans le pays Tinfluence de cette puissance 
ä Celle de la Russie, de se m^nager k lui-mSme Tautorit^ ab- 
Bolue. Ainsi finit le pouvoir civil qui, depuis 1516, n'avait pas 
cess^ de fonctionner k c6t^ de Tautorite th^cratique.* 60. Nach 
einer anderen Erzählung haben die Venetianer in Montenegro 
die Würde des Guvemadurs eingeführt und den weltlichen Re- 
genten in der Absicht, Montenegro zu erwerben, gegen den 
Bischof ausgespielt, da der bedürfnisslose Mönch auswärtigem 
Einflüsse minder zugänglich schien als der für eine Familie 
sorgende Guvernadur. Die Politik der Venetianer hätten die 
Österreicher fortgesetzt, was die von Radonji6 mit den öster- 
reichischen Behörden in Dalmatien geführte Correspondenz er- 
geben habe. Man beachte, dass das Landessiegel in Hälften 
getheilt war, von denen sich die eine im Besitze des Guver- 
nadurs, die andere in dem des Bischofs befand. Dass beim 
Anwachsen der Macht des letzteren, das durch die in der Fa- 
milie der Petrovic gleichsam erblich gewordene Bischofswürde 
unterstützt ward. Streit nicht ausbleiben konnte, ist begreiflich. 
Dazu kam die russische Subvention, die schon unter Peter I. 
die weltliche und die geistliche Macht entzweite. Medakovic, 
P. P. Negoä. Die Erzählung ist bei der politischen Lage vor 
einem halben Jahrhundert kaum glaubwürdig: der Russe Ko- 
valevskij hätte dergleichen Thatsachen sicher laut verkündigt. 
Dass man für knez zu dem fremden Guvernadur griflf, beruht 
auf demselben Grunde, aus dem man heutzutage das serbische 
knez durch das russische knjaz ersetzt. 

Die Einrichtungen, die wir bei den Stämmen Montenegro's 
finden, gewinnen dadurch eine höhere, allgemeine Bedeutung, 

5* 



58 Miklosich. [84] 

dass wir in ihnen die ursprüngliche Verfassung der slaviachen 
Gemeinde, des slavischen Staates erkennen. In Montenegro sind 
alle gleich: der ärmste kann einem jeden erwidern: ,ich bin 
weder geringer noch von schlechterer Abkunft als du^ Auch 
in Kleidung und Lebensweise unterscheiden sich die Oberhäupter 
durchaus nicht von den übrigen Montenegrinern: selbst der 
Vater und die Brüder des Vladika sind durch die Tracht keines- 
wegs vor den übrigen ausgezeichnet. Bei Verhandlung öflfent- 
licher Angelegenheiten in Volksversammlungen kann jeder, be- 
sonders wenn er eine starke Familie hat, gegen hundert Stimmen 
sagen : ,das oder jenes will ich nicht', aus dem einfachen Grunde, 
weil es ihm nicht beliebt (man erinnert sich hiebei an das be- 
rühmte ,nie pozvalam' der Polen), oder er kann da versprechen, 
ohne sich um das Halten viel zu kümmern. Vuk 33. 34. In 
dieser Verfassung spielt wirthschaftlich die patriarchalische 
Hauscommunion , zadruga, die den Montenegrinern mit den 
übrigei^ Serben imd mit den Ea*oaten gemeinsam ist, eine her- 
vorragende Rolle. Nicht minder bedeutsam ist die Blutrache, 
osveta, die Leib und Leben in einer Zeit schützt, wo der Staat 
diesen Schutz nicht als seine Aufgabe erkennt. Was die übrigen 
Einrichtungen anlangt,^ so besitzen wir in der Sprache ein Mittel, 
das ursprüngliche von den späteren Zuthaten zu sondern. Das 
Volk zerfallt in Stämme, plemena, Singular pleme, der Stamm 
in Familien, bratstva, Singular bratstvo. An der Spitze des 
pleme, jetzt eine Unterabtheilung der Nahija, steht der erbliche 
Knez, altslov. ki.n^g'L, ki>n§zb, ein Wort, das, aus einem ger- 
manischen kuninga entstanden, das einzige Fremdwort ist, das 
eine slavische Institution bezeichnet, das daher auch zu den 
allerältesten Entlehnungen des Slavischen zu rechnen ist. Knez 
scheint jedoch das ältere mit Krieg in Zusammenhang stehende 
vojvoda verdrängt zu haben : starjeSine od kneiina ili plemena 
zovu se vojvode. Die Eintheilung des Gebietes in Nahijen, 
Nahija, ist türkischen Ursprungs ; dasselbe gilt von der Würde 
des Serdar, der der Nahija vorsteht. Kmet Schiedsrichter ist 
slavisch, Kadi Richter türkisch. Neben Vojvoda und Knez wird 
von Vuk 32 als gleichfalls erblich angeführt der Barjaktar, 
türkisch, eigentlich Fahnenträger, ohne Bezeichnung seiner poli- 
tischen Stellung. Glavar, der Vornehme, hat wohl nur eine sociale 
Bedeutung. Senat, Gvardija, eine Art Sicherheitswache, mit 



[85] Die serbischen Dynasten CrnojeTlö. 59 

dem Kapetan od gvardije sind fremd. ^ Peijanici, Federbusch- 
träger, eine Art Leibwache des Fürsten, sind jungen Datums, 
jedoch autochthon. Vladika, Bischof, ist der slavische Stell- 
vertreter des griechischen Ssaxsnfj?. Das fi^mde Guvernador 
trat an die Stelle des slavischen Knez, wie sich die Cmojeyi6 
nannten, die daneben den Titel Vojvoda führten. 

Die Institutionen, die durch die Worte Zadruga, Osveta, 
Pleme und Bratstvo, Vojvoda, Enez und Emet bezeichnet wer- 
den, bilden die altslavische Stammesverfassung. AUes übrige 
ist spätere Zutfaat. Dasselbe gilt von den anderen serbischen 
Stämmen. Die gegenwärtig mit Montenegro verbundenen Vaso- 
jevi6 waren bis zur Regierung des Fürsten Danilo vollkommen 
unabhängig, sie lebten in voller Stammesfreiheit: der Eloster- 
vorsteher von Djurdjevi Stupovi und der Enez Sima Laki6evi6 
hatten einigen Einfluss beim Volke, entscheidend war die Stärke 
des Stammes und Eühnheit : inaöe je sve stajalo do snage ple- 
mena i do odva^ne ruke. Glasnik V. Seite 69. 

Der Unterschied zwischen dem hier skizzirten Gemein- 
wesen und dem alles besorgenden, nach der Herrschaft über 
die Gewissen strebenden, als Sprachmeister auftretenden und 
Liebe heischenden modernen Staate ist so gewaltig, dass man 
Anstand nehmen muss beide mit demselben Namen zu be- 
zeichnen. Wenn jedoch zum Wesen des Staates nichts anderes 
erfordert wird, als dass das Volk organisirt und im Besitze eines 
Landes sei, dann war Montenegro auch vor einem halben Jahr- 
hundert unzweifelhaft ein Staat. Es wäre sehr zu wünschen, 
dass uns das ungeschriebene Gesetz der schwarzen Berge besser 
bekannt wäre, als es zur Zeit ist. 

VL 
Anhang. 

1. Stephanus Maramonte. 2. Das Dynastengeschlecht der JuraSeviö. 
3. Quellen. 4. Literatur. 

1. Stephanus Maramonte. 

In den Jahren 1429 bis 1440 trieb sich in Albanien ein 
Stefan Maramonte umher imd machte den Venetianem so 

* Euluk, türkisch, eigentlich Frohne, Dienst, ward durch gvardija ersetzt. 
Stieglitz ö4. Dass Kuluk, wie Wilkinson 1. 463. angibt, ein ,judicial 
tribunaP gewesen sei, ist wohl ein Irrthum. 



60 Mildosich. [86] 

viel ZU schaffen^ dass sie auf seinen Kopf einen Preis von 500 
Ducaten setzten 1429. 1430. Glasnik XIII. 277. 278. 280. Orbini 
hält diesen Maramonte für einen neapolitanischen Edelmann; 
nach Flavius Comnenus ist er ein Dalmatiner^ dem von BaUa IQ. 
Montenegro geschenkt worden sei. Du Gange, Historia byzan- 
tina. Ed. Paris. 347. Nach Luccari 85. war Mauromonte (so 
schreibt er den Namen) ein Vetter der BalSa, der zur Zeit 
BaUas III. als Verbannter in Apulien lebte: er habe eigentUch 
Stefan Cmogorac geheissen und sei nach dem Tode Baläas III. 
von den Bewohnern von Zeta als rechtmässiger Nachfolger ihres 
verstorbenen Herrschers aus Apulien zurückgerufen worden; er 
habe sich in Dulcigno, Smokovica und Montenegro festgesetzt 
und sich durch starke Befestigung seiner Residenz ^abljak 
vom serbischen Zeta und den Venetianem abgeschlossen: alles 
dies sei 1423 vor sich gegangen. Nach Lenormant stammt 
Maramont von einer französischen, in Apulien angesiedelten 
Familie ab, Stefan Maramont sei mit Stefan Crnojevi6 identisch, 
der Name Balsa sei abzuleiten von Baux, einer Stadt der 
Provence, deren Ruinen in der Nähe von Arles und S^int- 
Remy sichtbar, seien: dies sei von Du Gange avec la süretö 
incomparable de critique qui lui est ordinaire festgestellt worden. 
Turcs et Monten^grins 1. 20. 30. Diese Erzählung ist unrichtig: 
Stefan Maramonte wird mit Stefan Cmogorac nur deswegen 
identificirt, weil man in Mauromonte, einer Namensform, die 
man der in den venetianischen Quellen allein nachweisbaren 
Form Maramonte substituirte, eine halb griechische, halb lateini- 
sehe Übersetzung des slavischen Gmogorac erblickte. Dies 
that Luccari, ihm folgte Ph. J. Fallmerayer 8. 698. Nach Mila- 
kovi6 43. ist Maramonte mit Stefan Cmojevi6 ^ine Person. Aus 
den Quellen geht hervor, dass Stefan Maramonte ein condot- 
tiere war, der vor 1429 in der Lombardie, dann in Albanien 
den Venetianem Dienste leistete, später jedoch gegen sie auf- 
trat (ribellis nostri dominii), so dass ihm die venetianische Re- 
publik 1440 das sichere Geleit versagte: habito respcctu ad 
illa, que Stefanus Maramonte, dum esset in his partibus Lom- 
bardiae in nostris servitiis, contra fidem et promissiones 
suas contra nos attentavit, non videtur nobis sibi concedere 
salvum conductum. 1440. Glasnik XIV. 40. Auf der Identität 
des Maramonte mit Stefan Grnogorac gründet Fallmerayer seine 



1*87] ^16 serbischen Dynasten Crnojeviö. 61 

Behauptung von dem albanischen Ursprung der Crnojeviö. Wer 
in Stefan Grnojevi6 einen neapolitanischen Edelmann oder einen 
Albanier sieht, vergisst; dass bei der StammverfasBung es einem 
fremden Abenteurer nimmer gelungen wäre, auch nur auf kurze 
Zeit bei den Serben eine Herrschaft zu gründen, da kann der 
Häuptling nur bei seinen Stammangehörigen auf Gehorsam und 
Anhänglichkeit rechnen. Die Ableitung des Namens balb^a, 
baläa, baosa aus dem französischen Baux ist aus der Luft ge- 
griffen : der Name kann von den Personennamen bal, bao, baiin 
usw. nicht getrennt werden ; §a ist Suffix. Vergleiche meine Ab- 
handlung: Die Bildung der slavischen Personennamen 20. 33. 

2. Das Dynasten geschlecbt der Jurasevic. 

Dieselbe Rolle wie die Crnojevi6 in der obern Zeta, 
scheinen die Jurasevi6, in den venetianischen Quellen meist 
Juras genannt, in der untern gespielt zu haben: die Grenze 
zwischen den beiden Zeta lässt sich nicht feststellen. Die Jura- 
sevi6 werden zuerst im Jahre 1420 erwähnt, sie verschwinden 
mit dem Jahre 1454. ,Gjuraäevi6i i Crnojevi6i su dve razliöne 
porodice zetske^ sagt mit Recht Ruvarac in Prilo?.ci I. 33. 

1420, 8. März. Die Venetianer versprechen dem Georg 
und Alexius Jura§evi6, barones Xentae, als ihren Verbündeten 
gegen die Baläa, das zu erobernde Budva zu übergeben: 
Perveniente Castro Buduae ad manus nostri dominii nos erimus 
contenti dare dictum castrum Buduae Georgio et Alexio Juras, 
Ulis existentibus confederatls nobiscum, debitis et congruis mo- 
dis, qui placeant nostro dominio. Glasnik XHI. 13. 17. 22. 23. 
Gjurgj i Leäb Gjuraäevici Puci6 1858. 49. Als Brüder von Georg 
und Alexius werden Koja und Zacharias genannt. Glasnik 
X. 17. 

1422, 4. October. Georg und Alexius JuraJSevi6 sind 
Gegner der Venetianer: diese beauftragen den Marcus Barba- 
digo, ihnen, wenn sie zum Gehorsam zurückkehren, de introi- 
tibus Catari yperperos mille usque ad mille ducentos in anno 
zu versprechen; für sie habe man allsogleich gekauft pecias 
viginti novem pannorum et pecias quadraginta duos fustaneo- 
rum. Glasnik XHI. 104. 126. 

1427, 1. Jänner. Die Venetianer weigern sich die nobiles 
Zentae partium Albanie, Georgius und Alexius Juras, als ihre 



62 Mikloflioh. [88] 

Unterthanen anzuerkennen ^ quia per formam pacis firmatae 
cum eondam domino despoto Rassiae et domino Georgio Yulci, 
nepote eius^ ipsi, Alexius et GeorgiuB Juras, sunt subditi eorum. 
Glasnik XIII. 269. 

1435^ 14. August. Ein JuraSevi6 hatte sich einiger von den 
Venetianem in Anspruch genommenen Landstriche bemächtigt: 
Possessiones Jariste vi accepit et tenet unam bastinam^ que 
est Chalogiurgi Chiudich ex Pastrovichis usw., während sich 
die Venetianer im Besitze der wohl dem Jura&evi6 gehörigen 
catuni Cemogore befanden. Glasnik XIV. 14. 16. 

1435. Den JuraSevi6 gehört NjeguSi im heutigen Monte- 
negro: Jurasevich et Negusi subditi sui. Glasnik XIV. 15. 

1435. Jura§evi6 (welcher, wird nicht gesagt, es ist wohl 
Stefanica gemeint) wollte sich weder dem serbischen Despoten 
(Juraseuich tunc hostis et rebellis domini despoti) noch den 
Venetianem unterwerfen. Glasnik XIV. 14. 

1442. Georg JuraSevic hatte vier Söhne : die Namen 
dreier sind unbekannt: Stefaniza, fiuol de Zoi*zi Juras. 1426. 
22. April Glasnik XIII. 248. Stefaniza Juras e altri Jurasi. 1442. 
19. Jänner. Glasnik XIV. 57. 

1454, 4. April. Kalogurag Jurasevid, welcher einen Ver- 
trag mit dem Kloster d^s heiligen Nicolaus in Vranjina schliesst, 
ist nirgends unterzubringen. Monumenta serbica 463. 

3. Quellen. 

Die zuverlässigen Quellen der Geschichte der Familie Cmo- 
jevi6 sind folgende : a) Monumenta serbica, edidit Fr. Miklosich. 
Viennae. 1858. b) Spomenici srbski. Prepisao knez Medo Puci6. U 
Beogradu. 1858. 1862. c) Die von Dr. Janko Öafarik im Auftrage 
der serbischen Regierung im venetianischen Archiv gemachten 
Auszüge, welche die Geschichte der stidslavischen Stämme um- 
fassen : sie sind im Glasnik druätva srbske slovesnosti veröffent- 
licht: X (1858), Xn (1860), Xin (1861), XIV, XV (1862). 

d) Acta et diplomata graeca medii aevi sacra et profana, collecta 
ediderunt Fr. Miklosich et Jos. Müller. Vindobonae. 1865. III. 

e) Marino Sanudo (1466 — 1535). Diese Quellen sind geeignet, 
manchen Punkt der venetianischen und der osmanischen Ge- 
schichte aufzuhellen und Klagen, wie die Hammer's über die 
Unauffindbarkeit des Sandellandes, iq ZovdiXec«) x'^^P^t Band 2. 550 



r89] Die serbischen Dynasten Crnojeviö. 63 

yerBtummen zu machen: es ist dies das Land von Sani>dali> 
Hrani6b. Vergl. Gj. Daniöid Rjeönik 3. 426. Sie werden Ph. J. 
Fallmerayers Darstellung in mehr als einem Punkte berichtigen. 
Zu den unzuverlässigen Quellen, welche bisher fast aus- 
schliesslich benützt worden sind, sind zu rechnen: o) Mauro 
Orbini, abbate di Meleda, aus Ragusa (f 1614). II regno degli 
Slavi. Pesaro. 1601. b) Giaccomo Luccari (gleichfalls aus Ra- 
gusa (f 1615), Copioso ristretto degli annali di Rausa. Venezia. 
1606. c) Rukopisi> cmogorskogi> vladyke Petra I. Die Schrift, 
welche die Geschichte Montenegro's von den ältesten Zeiten 
bis 1711 enthält, ist abgedruckt in der Grlica für 1835. 
d) L^topis'B cmogorskij. Die Erzählung reicht bis zum Jahre 
1749. e) Das Campidoglio Veneto, ein auf der Marcusbibliothek 
befindliches Manuscript in vier Foliobänden, ,legt sorgfältige 
Rechenschaft ab von den bedeutendsten Patricierfamilien der 
Republik'; es ist ein ,prezioso manoscritto^ Der volle Titel 
des Werkes lautet: ,11 Campidoglio Veneto, in cui si hanno 
r armi, V origine, la serie degli uomini illustri e gli arbori della 
maggior parte delle famiglie, cosi estinte come viventi, tänto 
cittadine quanto forestiere, che hanno goduto o che godono della 
nobiltk patrizia di Venezia. Fatica di Girolamo Allessandro 
Cappellari Vivaro, Vicentino.' Ob die Handschrift in den die 
einheimischen Familien betreffenden Theilen das ihm gespendete 
Lob verdient, mag dahingestellt bleiben, dass es jedoch in den 
hier in Betracht kommenden Theilen unkritisch ist, geht aus 
der folgenden Stelle hervor: ,Hebbe la famiglia Cernovicchio 
(Zernovicchio, Zamoevicchio) communi li natali con li Castrioti, 
Ducagini e Cosazza (offenbar Kosaöa, jene FamiUe, der auch 
Herceg Stjepan angehörte), come prova Giovanni Andrea Flavio 
Comneno nelle sue Genealogie, facendoli tutti derivare dair im- 
periale ceppo Comneno. Possedfe stati e paesi neir Albania, e da 
essa, secondo 1' abbate Miniati, uscirono li conti di Xadrina, li 
duchi di Salona e di Sabiaco con li signori di Montenegro.' 
Der Stammbaum wird bis auf 1071 zurückgeflihrt. Stieglitz XIX. 

4. Litteratiir. 

Andri6, A., Geschichte von Montenegro bis 1852. Wien. 1853. 
Arkiv za povjestnicu jugoslavensku. U Zagrebu. 5. 6. 8. 12. 
1863—1875. 

6 



64 Miklosich. [90] 

Bolizza, Mariano, Nobile di Cattaro^ Belatione et descrittione 
del sangiacato di Scuttari, dove si ha piena contezza delle 
cittk et Biti, loro villagi, case et habitatori^ rito^ costami, 
havere et armi di quei popoli, et quanto di considerabile 
minutamente si contenga in quel ducato. Di Venezia, li 
25. maggio 1614. Die erste Nachricht von diesem wich- 
tigen Denkmal verdanken wir Leopold Ranke: Die ser- 
bische Revolution. Hamburg. 1829. Seite 234. Ranke be- 
nutzte die Handschrift in der Marcusbibliothek. Seither 
ist dieser Bericht gedruckt worden von der südslavischen 
Akademie und von F. Lenormant, Turcs et Mont^n^grins. 
Paris. 1866. Seite 286. 

Boulongne^ A.^ Le Mont^n^gro^ le pajs et ses habitants. Paris. 
1869. 

Dani6i6, Gj.^ Rjeönik iz knjiievnih starina srpskih. U Bio- 
gradu. 1863. 1864. 

Delarue, H., Le Montön^gro. Paris. 1862. 

Dopisi izmedju krajiSkih turskih i hrvatskih ^astnika. Priobdio 
Fr. Raöki. Starine XI. Seite 76—153. XH. Seite 1-^12. 
(Herausgegeben von der Südslavischen Akademie). 

Fallmerayer, Ph. J., Das albanesische Element in Griechen- 
land. In den Abhandlungen der historischen Classe der 
k. Bayrischen Akademie der Wissenschaften. Band 8. 9. 

Farjati, D., Illyricum sacrum. Venedig. 1751 — 1775. 

Fresne, Du, dominus Du Gange, C, Historia byzantina. Lutetiae 
Parisiorum. 1680. Seite 347 : Duces Montis Nigri, wo sich 
Du Gange auf Flavius Gomnenus beruft. 

Frilley, G., et Jovan Wlahovitj, Le Mont^nögro contemporain. 
Paris. 1875. 

Glasnik druätva srbske slovesnosti. U Beogradu. 

Gopöevi6, Sp., Montenegro und die Montenegriner. Leipzig. 1875. 

Hecquard, H., Historie et description de la haute Albanie. 
Paris. 1859. 

Kapper, S., Das Fürstenthum Montenegro. Unsere Zeit. 1876. 
I. Das Land. 642—664. 

Kohl, J. G., Reise nach Istrien, Dalmatien und Montenegro. 
Dresden. 1851. 

Kovalevskij, Jeg., Cetyre mesjaca vb Cernogorii. S. Peter- 
burg'i». 1841. 



[91] I^ie serbischen Dynasten Crnojevic. 65 

Lenormant, Fr., Turos et Mont^n^grins. Paris. 1866. 

Marmier, X., Lettres sur TAdriatique et le Montön^gro. Paris. 
1854. 

Medakovi6, V. M. G., 2ivot i obiöai Crnogoraca. U Novom 
Sadu. 1860. 

Medakovi6, V. M. G., P. P. Negos. U Novom Sadu. 1882. 

Milakovi6, D., Istorija Crne Gore. U Zadru. 1856. 

Milutinovi6, S., Istorija Crne Gore. Beograd. 1835. 

Monumenta serbica spectantia historiam Serbiae, Bosnae, Ra- 
gusii. Edidit Fr. Miklosich. Viennae. 1858. 

Puci6, Knez Medo, Spomenici srbski prepisao iz dubrovaöke 
arhive. I. H. U Biogradu. 1858. 1862. 

Rad jugoslavenske akademije znanosti i umjetnosti. ü Zagrebu. 
Von 1867 an. 

Ranke, L., Die serbische Revolution. Hamburg. 1829. 

Rasch, G., Montenegro. Skizzen. Dresden. 1875. 

Reinsberg-Dtiringsfeld, Freiherr Otto von, Montenegro. 
Unsere Zeit. 1858. 323—344. 

Ruvarac, L, Prilosci k objaänjenju izvora srpske istorije. 
I. i-xii. II. xiii-xxiv. Aus dem Glasnik XL VII. XLIX. 
U Beogradu. 1878. 1880. 

Sanudo, Marino, Diarii. Venezia. Von 1879 an. In dieser Aus- 
gabe wurde von mir das Werk bis zum Jahre 1503 be- 
nützt. Der Rest ist den Auszügen G. Valentinelli's ent- 
nommen : Esposizione dei rapporti fra la republica veneta 
et gli Slavi meridionali. Brani tratti dai Diarj di Marino 
Sanudo esistenti neir I. R. Biblioteca di S. Marco. 1496 
bis 1533. Volume I. 1496—1516. Die Fortsetzung im 
Arkiv jugoslavenske povjestnice von Ivan Kukuljevic. 5. 
6. 8. 12. 1516-1528. 

Starine. Izdaje jugoslavenska akademija znanosti i umjetnosti. 
U Zagrebu. Von 1869 an: 

Stieglitz, K., Ein Besuch auf Montenegro. Stuttgart und 
Tübingen. 1841. 

Strangford, Viscountess, The eastern shores of the Adriatic. 
London. 1864. 

Vaclik, J., La souverainet^ du Mont^n^gro. Leipzig. 1858. 

Vasilij Petroviöt, Mitropolit örnogorskij, skenderijskij i pri- 
morskij i throna srbskago eksarhi», Istorija o Cernoj Gore. 



66 Bfiklosich. Die serbiscben Dynasten Crnojeviö. [^^1 

Moskau. 1754. Abgedruckt in Srbski Ijetopis za godinu 

1845. I. 1—28. 
Viaila de Sommiferes, Voyage historique et politique au Montö- 

nögro. Paris. 1820. 
* (Vuk, Stef. Karadi^i6)^ Montenegro und die Montenegriner. 

Stuttgart und Tübingen. 1837. 
Wilkinson, I. G., Dalmatia and Montenegro. London. 1848. 



I 



4